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Lieferkette

Corona: Molkereien bangen um Verarbeitungskapazitäten

Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 05.01.2022 - 14:38

Milchindustrie fordert vom Bund Ausnahmeregelungen für flexiblere Arbeitszeiten. Genossenschaften verlangen verkürzte Quarantänezeiten.

Gropper-Molkerei-Trinkmilch

Im Vorfeld der Bund-Länder-Beratungen über weitere Corona-Maßnahmen am kommenden Freitag, (7.1.) fordert der Milchindustrie-Verband (MIV) die Bundesregierung auf, unverzüglich präventive Rechtsverordnungen und Ausnahmeregelungen zusammen mit den Bundesländern für ein flexibleres Arbeitszeitmanagement zu erlassen. Nur damit ist laut Molkereien bei den zunehmenden Omikronfällen die Versorgung der Bevölkerung mit Milch und Milcherzeugnissen sicherzustellen.

Darüber hinaus verlangt der MIV, dass Beschäftigte der kritischen Infrastruktur beim Impfen, Boostern und Freitesten im Quarantänefall vorrangig behandelt und hierfür entsprechende Maßnahmen beschlossen werden.  Als eine der systemrelevanten Branchen trägt die Milchindustrie nach Heusers Meinung eine erhebliche Verantwortung, um die Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen. Die Molkereien stehen dabei in enger Verbindung mit den Milcherzeugern – schließlich geben Kühe jeden Tag Milch., die abgeholt und verarbeitet werden muss.

Holzenkamp für kürzere Quarantäne

Holzenkamp-Franz-Josef-DRV-Präsident

Nach Auffassung von Eckhard Heuser, MIV-Hauptgeschäftsführer, besteht aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens und den damit verbundenen Quarantänebestimmungen die Gefahr, dass in Kürze ein erheblicher Teil der Beschäftigten in der Milchwirtschaft für Wochen als Arbeitskraft ausfällt. „Ohne flexible Arbeitszeitregelungen würde das zu einem deutlichen Engpass in der Produktion und Logistik führen und die Versorgungssicherheit mit Milch und Milcherzeugnissen gefährden,“ warnt Heuser.

Nach den Vorstellungen der Molkereien sollte es unter anderem. Ausnahmeregelungen bei Sonntagsarbeit und 12-Stunden-Schichten geben. Ferner sollte die Bundesregierung die Bundesländer auffordern, flankierende Allgemeinverfügungen auch auf Länderebene zu erlassen.

Für eine Verkürzung der Quarantänezeit für Mitarbeitende der Kritischen Infrastruktur macht sich auch der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) stark. Nach Auffassung von DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp muss der Bund auch die Beschäftigten der Agrar- und Ernährungswirtschaft einschließen, da sie zur systemrelevanten Infrastruktur zähle. So müsse bei einer stark ansteigenden Verbreitung von Omikron die Versorgung der Bevölkerung mit in Deutschland produzierten Lebensmitteln gesichert bleiben.

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