Studie

Corona bei Hauskatzen nachgewiesen

Haustier
Philipp Seitz
am Montag, 22.02.2021 - 09:43

Die wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztiere sind nach einer aktuellen Studie nicht infizierbar. Doch bei Haustieren kamen die Forscher zu anderen Erkenntnissen.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, hat den Nachweis von SARS-CoV-2 bei zwei Katzen in Hamburg bestätigt. Die Katzen stammen aus dem Haushalt einer Frau, die an oder mit COVID-19 verstorben ist. Derzeit sind die Katzen auf der Isolations-Station im Tierheim untergebracht. Das teilt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit. Den Katzen gehe es soweit gut, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.


Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat im Juni 2020 eine Verordnung auf den Weg gebracht, nach der Corona-Infektionen bei gehaltenen Tieren seit Juli 2020 meldepflichtig sind. Ziel ist unter anderem, einen Überblick über das Infektionsgeschehen bei Tieren in Deutschland zu erhalten und so neue epidemiologische Erkenntnisse zu gewinnen. Außerdem wird dazu beigetragen, zukünftig Risiken in Bezug auf die Gesundheit von Tier und Mensch frühzeitig zu erkennen und geeignete Bekämpfungsmaßnahmen anzuwenden. Es handelt sich dabei nicht um eine Testpflicht. Tiere sollten nur bei einem begründeten Verdacht getestet werden.

Katzen sind für Erreger empfänglich

Insgesamt sind fünf Fälle bei Katzen und zwei Fälle bei Hunden gemeldet worden. Bisher liegen allerdings keine Hinweise vor, dass sich Menschen bei Hunden oder Katzen mit SARS-CoV-2 infiziert haben. Bundesministerin Julia Klöckner hatte das FLI außerdem im vergangenen Jahr beauftragt, Studien zur Empfänglichkeit von Tieren, unter anderem von Haustieren, für SARS-CoV-2 durchzuführen.

Es hat sich gezeigt, dass die Empfänglichkeit einzelner Tierarten sehr unterschiedlich ist. Katzen und Frettchen sind demnach für den Erreger empfänglich, Hunde weniger. Die bisherigen Erkenntnisse und Erfahrungen, auch aus Deutschland, liefern aber keine Hinweise darauf, dass Haustiere, einschließlich Katzen und Frettchen, das Corona-Virus auf Menschen übertragen. Das FLI beobachtet fortlaufend die Entwicklung bei Tieren und führt kontinuierlich Studien zu weiteren wissenschaftlichen Fragen zu SARS-CoV-2 bei Tieren durch.

    Klöckner-Julia-Bundespressekonferenz

    Wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mitteilt, seien die wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztiere – wie Schweine und Hühner – nicht infizierbar. Bei einzelnen Tieren – wie Rinder – konnte lediglich eine minimale Virusvermehrung beobachtet werden, die auch nicht an Kontakttiere weitergegeben wurde. Von diesen Tieren geht laut dem Ministerium kein Risiko der Übertragung des Virus SARS-CoV-2 auf den Menschen aus. 

    Das Friedrich-Loeffler-Institut testete auf der Insel Riems die Empfänglichkeit von Rindern für SARS-CoV-2. Eine  weltweit erste experimentelle Studie zu Rindern des Friedrich-Löffler-Instituts zeigte lediglich eine geringe Empfänglichkeit für das Virus. Wie das Institut im vergangenen Jahr mitteilte, deuten die Testergebnisse darauf hin, dass Rinder weder eine relevante Rolle bei der Verbreitung des Coronavirus spielen, noch, dass sie als Infektionsquelle für den Menschen relevant sein könnten. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, hieß es damals, dass sich der Erreger möglicherweise durch Veränderungen anpassen könne.

    Bei Katzen, Hunden und gehaltenen Nerzen wurden SARS-CoV-2-Infektionen im Feld nachgewiesen und auch experimentell untersucht. Meerschweinchen ließen sich nicht mit dem Virus infizieren. Das FLI und das Robert-Koch-Institut geben hinsichtlich der sporadisch auftretenden Infektionen bei Katzen oder Hunden klare Handlungsempfehlungen. Demnach können Haustiere wie Katzen und Hunde weiterhin im Haushalt bleiben. Beachtet werden sollten aber allgemeine Hygieneregeln, wie das Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit Tieren und das Vermeiden von engem Kontakt zu den Tieren. 

    Keine Maske für die Tiere

    Zum Schutz der Haustiere vor Infektionen durch infizierte Personen empfiehlt das Friedrich-Loeffler-Institut ebenso das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes durch infizierte Tierhalter. Eine ‚Maskenpflicht‘ für Tiere ist aus Gründen des Infektionsschutzes nicht relevant, da die Infektionen von infizierten Menschen ausgehen. Sie ist aus diesem Grund sowie aus Gründen des Tierschutzes abzulehnen.

    Der Nachweis beim Tier folgt dem gleichen Testverfahren wie beim Menschen. Falls andere Tierhalter einen Test auf SARS-CoV-2 bei einem Tier durchführen lassen möchten, sollte dies ausschließlich nach Beratung durch den Tierarzt erfolgen, wie das Friedrich-Loeffler-Institut mitteilt. Falls ein positiv getestetes Tier nicht bereits in einem Haushalt mit Personen in Isolierung oder Quarantäne lebt oder der Tierbesitzer stationär aufgenommen werden musste, sollte das Tier für 14 Tage (analog zum Vorgehen bei Menschen) möglichst isoliert gehalten werden.