Gesundheit

Corona geht den Bayern auf den Geist

Chimesee-Steg_ke
BLW
am Freitag, 19.02.2021 - 10:18

Der „Heimatindex“ des Genossenschaftsverbandes Bayern sinkt deutlich ab. Deutliche Einbußen verzeichnet die Wahrnehmung der allgemeinen Lebenszufriedenheit im Freistaat.

Die massiven Corona-Beschränkungen zermürben die Bayern immer mehr“, kommentierte Jürgen Gros, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern, den Heimatindex der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken am Freitag in München. Im Winter 2020/21 ist der Heimatindex auf einen neuen Tiefstand von nur noch 56 Punkten gefallen.

Das ist ein Rückgang um acht Zähler im Vergleich zur Erhebung im Sommer 2020. So starke Verluste hat der Index seit seiner Einführung im Sommer 2018 noch nie verzeichnet. Seinen bisherigen Höchststand markierte der Heimatindex im Sommer 2019 mit 70 Punkten.

Kontakte werden vermisst

Beim Blick auf die Regierungsbezirke fällt der Index geringfügig unterschiedlich aus. Oberbayern und Oberpfälzer vergeben jeweils 57 Punkte, Mittelfranken 56, Niederbayern, Oberfranken, Unterfranken und Schwaben 55 Punkte.

Heftig fällt der Rückgang im Bereich Vernetzung mit Freunden und Familie aus. Dieser Teilindex büßte innerhalb eines halben Jahres 24 Zähler ein und steht jetzt bei 58 Punkten. Noch stärker ging die Kategorie „Freundes- und Bekanntenkreis“ mit 35 Zählern zurück. Sie liegt bei nur noch 45 Punkten. Ganz besonders vermissen die 18- bis 24-Jährigen die Kontakte zu Freunden und Bekannten. Diese Gruppe zieht im Vergleich zum Durchschnitt noch einmal zwölf Zähler ab und vergibt in dieser Kategorie nur noch 33 Punkte.

Unterstützung für Corona-Maßnahmen bröckelt

Dr. Jürgen Gros GVB

„Die Unterstützung der Menschen für die Anti-Corona-Maßnahmen lässt offenkundig nach“, ergänzte Gros. Das belegte auch die Entwicklung der weiteren Werte des Heimatindex gegenüber der Erhebung im Sommer 2020. Die Rubrik Einkaufsmöglichkeiten wird mit zehn Zählern weniger und damit 47 Punkten bewertet. Die Beurteilung der Gesundheitsversorgung büßt sechs Zähler auf jetzt 50 Punkte ein.

Ernüchternd fallen auch die Bewertungen von Schul- und Freizeitangeboten aus. Der Index „Freizeit, Kultur und Bildung“ verliert zwölf Zähler auf 40 Punkte. Der Teilindex „Freizeitangebote“ gibt um 20 Zähler auf 41 Punkte nach, der Teilindex „Schul- und Bildungsangebote“ um neun auf jetzt 56 Punkte.

Deutliche Einbußen verzeichnet auch die Wahrnehmung der allgemeinen Lebenszufriedenheit in Bayern. Der Teilindex verliert sechs Zähler und landet bei 63 Punkten.

Insgesamt bewerten die Bayern die Lage immer noch um acht Zähler besser als die bundesdeutsche Vergleichsgruppe, die einen Wert von 55 Punkten (minus acht Zähler) vergeben. Zugleich sinkt der Index in Bayern etwas langsamer als im Rest Deutschlands. „Offenbar gelingt es den Bayern besser, Lockdown und weitere einschränkende Maßnahmen zu ertragen“, meint Gros. Trotzdem müsse die Politik jetzt Perspektiven aufzeigen und gemeinsam mit Experten aus der Praxis kluge Konzepte für die nächsten Monate entwickeln. Die Menschen bräuchten jetzt plausible und nachvollziehbare Erklärungen.