Steuern

CO2-Steuer kostet Bauern rund 1,1 Mrd. Euro

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 12.10.2020 - 05:00

Durch die jüngst beschlossene CO2-Steuer müssen Landwirte mit höheren Dieselkosten rechnen. Im Gegenzug erhöht der Treibhausgasminderungsquote aber nur moderat, kritisiert die Ufop.

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Die CO2-Bepreisung in Deutschland kommt. Bundestag und Bundesrat stimmten in der vergangenen Woche dem
Ersten Gesetz zur Änderungen zum Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) zu. Bei der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) zeigt man sich grundsätzlich zufrieden, dass Kohlendioxid ab 2021 einen Preis erhält. Allerdings müssten die Treibhausgasminderungsquoten für den Verkehrssektor deutlich stärker steigen.

Allerdings steigen für Landwirte die Treibstoffkosten. Durch die CO2-Bepreisung könnte sich Dieselkraftstoff ab Januar um 6,6 Cent/l verteuern. 2026 könnte der Mehrpreis dann schon 17,2 Cent/l betragen, rechnet die Ufop vor. Allein in der Landwirtschaft könnten sich die Mehrkosten beim Dieselkraftstoff wegen der Bepreisung von Kohlendioxid bis 2026 nach Berechnungen der UFOP auf etwa 1,1 Mrd Euro summieren. Durch die Verteuerung fossiler Kraftstoffe verspricht sich die Bundesregierung Lenkungseffekte.

Ufop verlangt höhere THG-Quoten

Die Förderunion vermisst aber einen umfassenden Ansatz zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors. Sie drängt deshalb weiterhin auf eine ebenfalls schrittweise Erhöhung der Treibhausgas-(THG)-Minderungsquote von derzeit 6 % auf 16 % im Jahr 2030. Von einer so ambitionierten Steigerung der THG-Quote ist die Bundesregierung allerdings weit entfernt: Kürzlich wurde ein erster Entwurf zur Änderung des Bundesimmissionsschutzgesetzes aus dem Umweltressort bekannt, der eine Erhöhung der THG-Quote auf 7,25% ab 2026 vorsieht.

Der nationale Emissionshandel im Verkehr und bei Gebäuden geht 2021 mit einem fixen CO2-Preis von 25 Euro/t an den Start, nachdem es ursprünglich nur 10 Euro/t sein sollten. Dazu müssen Unternehmen, die Benzin, Diesel, Heizöl oder Erdgas in Verkehr bringen, ab kommendem Jahr Verschmutzungsrechte kaufen. Bis 2025 werden diese Zertifikate mit einem schrittweise auf 55 Euro/t ansteigenden Festpreis ausgegeben. Ab 2026 wird der Zertifikatepreis dann durch Versteigerungen ermittelt, wobei zum Start ein Preiskorridor zwischen 55 Euro/t und 65 Euro/t Kohlendioxid vorgegeben ist.

Mit Material von AgE