Tierwohl

Bundesverband Rind und Schwein verlangt längere Übergangsfristen

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 05.07.2021 - 17:17

Nach dem überraschenden Beschluss des Bundesrats zu Kälbertransporten bekommen Milchviehhalter erhebliche Platzprobleme bei der Aufzucht.

Kälberiglus-Reihe

Der Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS) fordert mehr Engagement, um alternative Absatzwege von Bullenkälbern zu schaffen. Hintergrund ist der Bundesratsbeschluss vom 25. Juni 2021. Darin fordern die Bundesländer  die Bundesregierung auf, die Tierschutztransportverordnung (TierSchTrV) zu änden. Danach sollen die Kälber länger auf den landwirtschaftlichen Betrieben verbleiben und erst ab dem 29. Lebenstag transportiert werden dürfen.

„Dieses Verbot verschärft die ohnehin schlechte Wirtschaftlichkeit von Bullenkälbern auf den Erzeugerbetrieben. Die Landwirte werden wieder einmal vor große Herausforderungen gestellt und mit der Lösung hinsichtlich der Vermarktung der Kälber alleine gelassen“, kritisiert Dr. Nora Hammer, Geschäftsführerin des BRS. Zusätzliche Stallkapazitäten müssen laut Hammer auf den Erzeugerbetrieben geschaffen werden. "Folglich werden Investitionen in einem Bereich notwendig, in dem bisher schon keine Gewinne erzielt wurden," so Hammer. 

Die Förderung der Umstrukturierung oder Erweiterung von Erzeugerbetrieben, alternative Absatzmärkte sowie weitere innovative Lösungsansätze hätten im Vorfeld einer solchen Entscheidung angeboten werden müssen. Um den deutschen Landwirten eine Perspektive zu bieten, fordert der BRS deutlich längere Übergangsfristen.