Agrarpaket der Bundesregierung - Teil 1

Bundesregierung stimmt für höhere Umschichtung und Tierwohllabel

Tierwohl
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Ulrich Graf
am Mittwoch, 04.09.2019 - 14:56

Im Antragsjahr 2020 sollen sechs Prozent der Direktzahlungen aus der Ersten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in die Zweite Säule umgeschichtet werden.

Bislang betrug die Umschichtungsquote von der Ersten in die Zweite Säule 4,5 %. Die höhere Quote bedeutet, dass die Landwirte weniger Direktzahlungen erhalten. Wie agrarheute berechnet hat, sind dies rund 75 Mio. Euro, die sie weniger bekommen werden. Pro Hektar macht das rund 4,4 Euro aus.

Die Mittel der Zweiten Säule sind in Agrarumweltprogrammen an zusätzliche Bewirtschaftungsauflagen für die Landwirte gekoppelt oder fließen für die ländliche Entwicklung aus der Landwirtschaft ab, etwa in die Entwicklung von Dörfern, in die Internetversorgung, den Tourismus oder den Hochwasserschutz. Für diese Säule stehen in Deutschland jährlich rund 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung.

Über die Zweite Säule erfolgt auch die Förderung des Ökolandbaus.Die Bundesregierung strebt bis 2030 an, rund 20 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche auf Öko umzustellen. Derzeit sind es neun Prozent.

Deal für das Tierwohllabel

Das Zugeständnis der CDU bei der Umschichtung ist Teil eines Deals zwischen den Parteien der Regierungskoalition. Im Gegenzug stimmte die SPD dem vom Landwirtschaftsministerium stark protegierten Tierwohllabel zu. Auch dieses winkte die Bundesregierung heute durch.