Krise am Schweinemarkt

Bundesregierung plant keine Unterstützung für Schweinehalter

Mastschweine-im-Stall_imago0099702259h
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 06.12.2021 - 16:50

Weder Beihilfen für private Lagerhaltung noch Ausstiegsprogramme für Schweinehalter sind in Planung.

Die Bundesregierung bekennt sich zu einer nachhaltigen Erzeugung von Schweinefleisch. Um die Anforderungen an hochwertige Lebensmittel auch in Zukunft zu gewährleisten, hält die Bundesregierung in Übereinstimmung mit der EU-Kommission Beihilfen an private Lagerhaltung (PLH) jedoch für kein geeignetes Instrument, weil aktuell noch genug Fleisch eingelagert sei. Zudem plant sie keine staatlichen Ausstiegsprogramme aus der Schweinehaltung, wie aus der Antwort der Bundesregierung (20/120) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (20/17) hervorgeht.

 

Katastrophale Situation am Schweinemarkt

In der Anfrage bezieht sich die AFD auf katastrophale Lage der deutschen Schweinehalter. Die Schweinepreise sind im Keller. Während der Lockdowns war der Außer-Haus-Verzehr in der Gastronomie zeitweise vollkommen eingebrochen. Durch den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im vergangenen Jahr gingen wichtige Absatzmärkte verloren.

Erschwerend kommt dazu, dass gleichzeitig die Produktionskosten stark ansteigen, insbesondere für Energie und Futtermittel. Der zuständige EU-Kommissar, Janusz Wojciechowski, lehnt Stützmaßnahmen für den Schweinemarkt bislang ab.

Laut einer aktuellen Umfrage der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) kündigt sich ein gewaltiger Strukturbruch in der deutschen Schweinehaltung an. In den kommenden zehn Jahren wollen rund 60 Prozent der Sauenhalter und 40 Prozent der Schweinemäster aus der Produktion aussteigen. Der Grund dafür sei, neben der derzeit katastrophal schlechten Marktsituation, insbesondere die Summe der gesetzlichen Auflagen.