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Sortenschutz

Bundesregierung gegen freien Nachbau von Sorten

Getreidesaatgut
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Freitag, 11.09.2020 - 14:58

Die in der Regel mittelständischen Unternehmen der Saatgutindustrie seien auf die im Saatgutpreis einkalkulierte "Züchterlizenz" angewiesen.

Berlin - Das uneingeschränkte Recht auf freien Nachbau, also die Saatgutgewinnung durch die Landwirte selbst, sieht die Bundesregierung kritisch. Die in der Regel mittelständischen Unternehmen der Saatgutindustrie seien auf die im Saatgutpreis einkalkulierte "Züchterlizenz" beziehungsweise die Nachbaugebühr angewiesen, um ihre langjährige Forschung finanzieren zu können. Ohne diese Einnahmen entstehe ein Wettbewerbsnachteil und damit die Gefahr, dass internationale Konzerne den heimischen Markt übernehmen.

Mehrere Programme zur genetischen Vielfalt

Die Bundesregierung betreibt mehrere Programme, um die genetische Vielfalt von Nutzpflanzen zu erhalten. In ihrer Antwort (19/21313) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (19/21009) nennt sie unter anderem das "Netzwerk Genetische Erhaltungsgebiete Deutschland", das seit 2019 als Rahmenstruktur für bestehende und zukünftige Projekte der In-situ-Erhaltung von Wildarten für die Ernährung und Landwirtschaft diene.

Im semiprofessionellen Bereich gebe es mehrere Leitfäden und Demonstrationsvorhaben, um Erhaltungsgärtner besser zu informieren. Da "die Saatgutgewinnung und notwendige erhaltungszüchterische Bearbeitung je nach Vermehrungsbiologie der Pflanzen jedoch sehr komplex sein" könne, sei die Bereitstellung von Saatgut durch Züchter und Saatgutunternehmen für den professionellen Landbau die beste Lösung.