Jagdrecht

Bundesjagdgesetz: Heftiger Streit zwischen Jägern und Waldbauern droht

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 26.02.2021 - 14:41

Die Novelle des Bundesjagdgesetzes sorgt weiter für Sprengstoff. Jetzt appellieren Bauern- und Waldverbände an CSU-Chef Söder und Bundestagsabgeordnete, für ein zukunftsorientiertes Jagdrecht.

Wildverbiss-Schutzzaun

Die Diskussion um die Novelle des Bundesjagdgesetzes droht zu eskalieren. Daher schlagen der Bayerische Bauernverband, der Bayerische Waldbesitzerverband, der Verband der Familienbetriebe Land und Forst Bayern, der Bayerische Gemeindetag und der Bayerische Städtetag Alarm. Die Verbände haben sich an den CSU-Vorsitzenden Dr. Markus Söder sowie an die bayerischen Bundestagsabgeordneten der Regierungsparteien CSU und SPD und an alle Mitglieder des Agrarausschusses im Bundestag gewandt.

Ihr Appell: „Bitte treten Sie weiterhin für ein zukunftsorientiertes Jagdrecht ein, bei dem die Interessen des Waldes und der Waldbesitzer auf Augenhöhe mit der Jagd zum Tragen kommen.“ Die Novelle die Verankerung einer stärker waldorientierten Jagd im Bundesjagdgesetz vor.

Dagegen hat sich in Bayern das „Netzwerk Wald mit Wild“ gebildet, wie der Münchner Merkur berichtete. Eine Initiative, der sich bundesweit Jäger, Waldbesitzer und Tierschützer angeschlossen haben. „Wir wollen das Wild im Wald schützen“, sagte Ernst Weidenbusch (CSU), Präsident des Bayerischen Jagdverbandes und Unterstützer des Netzwerks. „Deshalb darf das Gesetz in seiner jetzigen Fassung nicht in Kraft treten.“ Forstministerin Kaniber (CSU) verteidigt die Novelle. So sei das Rehwild die häufigste Schalenwildart in Bayern und flächendeckend verbreitet. Nicht das Rehwild seit bedroht, sondern der Wald.

Klimastabilen Waldumbau weiter ermöglichen

Nach Auffassung der Verbände sind Wälder in Bayern und ganz Deutschland systemrelevant und damit ist deren Schutz und Erhalt von größtem gesamtgesellschaftlichen Interesse.

Die PolitikerInnen werden deshalb aufgefordert, die vielen ökologischen, ökonomischen und sozialen Funktionen einer erwiesen nachhaltigen Forstwirtschaft aufrecht zu erhalten: "Es geht darum, den bereits vor dreißig Jahren eingeschlagenen Weg des Aufbaus klimastabiler Wälder aufgrund des beschleunigten Klimawandels rascher als bisher fortzusetzen."

Von traditionellen Jagdverbänden werde stattdessen unter dem Vorwand des Tierschutzes die Axt an die Grundfesten des Jagdrechtes gelegt und an das Eigentum aller, die in der Kulturlandschaft nachhaltig wirtschaften. Damit wird der Jagd ein Bärendienst erwiesen. Denn: "Die meisten Jäger in Deutschland sind an einer guten Beziehung zu ihren Grundstückseigentümern interessiert und leben diese auch. Bitte lassen Sie nicht zu, dass zweifelhafte Partikularinteressen das Miteinander auf dem Land gefährden!", heißt es im Verbändeschreiben.

Top Themen:
  • Zuchtwertschätzung Fleck- und Braunvieh
  • Was muss ein Ferkel kosten?
  • Herbizide für das Sommergetreide
  • Start der Grünfutterernte
  • Mais: Das Gemüse des Jahres
  • Zulassungsstatistik für Traktoren
Kostenfreies Probeheft Alle Aboangebote