Ökolandbau

Brexit: EU erkennt britischen Ökostandard an

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 11.01.2021 - 07:00

Bis Ende 2023 erkennen London und Brüssel gegenseitig die Ökostandards an. Damit steht dem Handel im Ökobereich nichts entgegen.

von der Leyen-Michel-Brexit-Handelsabkommen

Zufrieden hat sich der britische Bauernverband (NFU) über die Anerkennung des britischen Ökosektors
durch die Europäische Union im Brexit-Abkommen gezeigt. Wie der Verband mitteilte, bescheinigen darin beide Seiten die Gleichwertigkeit ihrer Bioprodukte zunächst bis zum 31. Dezember 2023. Konkret habe die EU-Kommission bereits sechs Zertifizierungsstellen für den Ökolandbau in Großbritannien anerkannt, stellte der NFU fest.

Mit der Anerkennung des britischen Ökosektors durch Brüssel sei der Zugang zum Binnenmarkt der EU und nach Nordirland gewährleistet. Dies bringe vor allem den betroffenen Erzeugern ein Stück weit Absatzsicherheit.
Der Vorsitzende des NFU-Bio-Forums, Andrew Burgess, unterstrich, dass die Exporte in die EU ein wichtiger Bestandteil der britischen Biolieferkette „waren und sind“. Daher sei es eine große Erleichterung, weiterhin in diesen Schlüsselmarkt exportieren zu können.

Laut NFU ist der britische Ökosektor der neuntgrößte der Welt. Der Verkauf von Ökoprodukten in
die EU-27 erreichte dem Verband zufolge zuletzt einen Wert von umgerechnet 250 Mio Euro im Jahr.

Auch Ökoabkommen mit der Schweiz

Auch im Handel mit Bioprodukten wird es zwischen Großbritannien und der Schweiz durch den Brexit keinen Bruch geben.Wie das Schweizer Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) mitteilte, hat das Vereinigte Königreich aufgrund seines Austritts aus der Europäischen Union eine Vereinbarung mit den Eidgenossen unterzeichnet, die den Handel mit Bioware zwischen beiden Ländern neu regelt.

Gemäß der Bio-Äquivalenzvereinbarung sieht Großbritannien laut BLW die Schweizer Bio-Gesetzgebung weiterhin als äquivalent an. Gleichzeitig erkenne die Schweiz acht Zertifizierungsstellen an, die Produkte aus dem Vereinigten Königreich als Bio gemäß der EU-Ökoverordnung zertifizieren könnten. Die neue Vereinbarung sei Teil der „Mind the gap“-Strategie, mit der die Schweizer Regierung die Kontinuität in der Beziehung zu Großbritannien sichern wolle, so das Bundesamt. Sie erlaube eine Fortführung des Handels mit  Ökoprodukten zwischen den Parteien ohne Unterbrechung. Die neue bilaterale Vereinbarung ist Anfang dieses Jahres in Kraft getreten. Sie gilt bis zum 31. Dezember 2022 und soll anschließend in eine langfristige Lösung überführt werden.

Mit Material von AgE