Tierwohl

Borchert-Kommission: Geflügelverband pro Tierwohlabgabe

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 05.03.2021 - 10:19

Die Geflügelwirtschaft spricht sich für die Tierwohlabgabe aus. Sie warnt vor zu hohen Haltungskriterien in Stufe 1.

Hähnchenmast-Küken

Nach der Vorstellung der Machbarkeitsstudie der Borchert-Kommission zur Umgestaltung der Nutztierhaltung in Deutschland fordert die deutsche Geflügelwirtschaft klare Vorgaben seitens der Politik, wie die Empfehlungen umgesetzt werden sollen. Der Weg zum Erfolg führe nur über eine staatliche Tierwohlprämie, damit ihn Erzeuger, Vermarkter und Verbraucher mitgehen können, sagt Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. (ZDG). Indes gibt es in der Politik und bei Organisationen auch andere Meinungen.

„Jetzt braucht es den politischen Willen, diese Empfehlungen zügig umzusetzen. Entscheidend für den Erfolg ist eine klare Linie bei der Finanzierung. Die gerechteste und in der Öffentlichkeit akzeptierteste  Lösung ist die von der Borchert-Kommission vorgeschlagene mengenbezogene Verbrauchssteuer", meint Ripke. Diese Abgabe beurteilen die Gutachtern aber als aufwendig, rechtlich und technisch jedoch als machbar. Nach Ripkes Auffassung stellt die als einzige Variante sicher, dass die Kosten für mehr Tierwohl fair von Erzeugern, Vermarktern und Verbrauchern gleichermaßen getragen wird.

Welche Variante für eine Tierwohlabgabe bevorzugen Sie, damit Landwirte den geforderten Umbau der Tierhaltung leisten können?

Choices

Haltungskriterien für Stufe 1 nicht zu hoch ansetzen

Eine solche Verbrauchssteuer als Tierwohlabgabe auf der Verbraucherseite und als Tierwohlprämie auf der Tierhalterseite könne zweckgebunden werden und damit langfristig über angestrebt 20 Jahre den Tierhaltern nachhaltige Planungssicherheit geben, so der ZDG. Diese brauchen Landwirte als Investoren für notwendige Stallum- und -neubauten. Banken verlangen für entsprechende Finanzierungsmaßnahmen derart langfristige Sicherheiten.

Damit die Verbraucher zu den teureren tierischen Lebensmitteln und nicht zur billigeren Alternative im Regal nebenan greifen, darf der Verbraucherpreis in der Stufe eins des Labels nicht zu weit über dem der nicht gekennzeichneten Produkte liegen. Somit dürfen laut ZDG die Haltungskriterien für diese Eingangsstufe nicht zu ambitioniert, nicht zu weit über dem Gesetzesstandard und auch nicht zu weit über den Standards der schon laufenden Initiative Tierwohl (ITW) festgelegt werden.