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Bodenmarkt

Bodenpreise: Bauern fordern angemessene Pachtpreise

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Josef koch
Josef Koch
am Freitag, 18.11.2022 - 07:00

Öffentliche Hand soll ihre Agrarflächen nicht gegen Höchstpreise abgeben. AbL kündigt auch in Bayern Aktionen an.

Die Bodenpreise sind für viele Bauern zu hoch. Mit Bannern, Traktoren, Schubkarren und Mistgabeln wollen Bäuerinnen und Bauern der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) am Freitag in einer Woche, 25. November 2022, auf den Missstand aufmerksam machen. Dazu sind Protestaktionen gleichzeitig in 35 Städten und Gemeinden geplant.

Erst vor kurzem hat das Thünen-Institut in einem Bodengutachten, Maßnahmen aufgelistet, was Bayern tun kann, um für moderatere Bodenpreise für landwirtschaftliche Grundstücke zu sorgen. Nach der Studie sind in Bayern vor allem Öffentliche Hand und Unternehmen die Preistreiber.

Im Freistaat soll am kommenden Freitag in Weilheim (Oberbayern) eine Protestaktion starten. Auch in Heidenheim und Schwäbisch-Hall in Baden-Württemberg ruft die Organisation zu Aktionen auf. Der Schwerpunkt liegt aber in Ostdeutschland.

Keine Pacht gegen Höchstpreise

Die AbL fordert eine transparente, faire und gemeinwohlorientierte Verpachtung von landwirtschaftlichen Flächen im Eigentum der öffentlichen Hand. Die dezentrale Trecker-Kundgebung ist laut AbL diesjähriger Höhepunkt der Kampagne „Gemeinwohlverpachtung jetzt!“.

Öffentliches Land sollte nach AbL-Ansicht auch öffentlichen Interessen zu Gute kommen und nicht nach Höchstpreis an den Meistbietenden vergeben werden. Durch das bisherige Vergabeverfahren werden systematisch kapitalintensive Holdings und Agrarinvestoren gestärkt. Aufgabe einer Kommune sollte es allerdings sein, Landwirtinnen und Landwirte vor Ort zu unterstützen und die Flächen an Betriebe zu verpachten, welche innerhalb der Gemeinde einen besonderen Mehrwert im Sinne des Gemeinwohls erbringen.

Bund stoppt Privatisierung im Osten

Die Bundesregierung hat die Privatisierung von BVVG-Flächen weitestgehend gestoppt. So haben sich Bundesfinanzminister Christian Lindner, Bundesagrarminister Cem Özdemir und Bundesumweltministerin Steffi Lemke darauf verständigt, einen Großteil der noch vorhandenen 91.000 ha künftig vorrangig an ökologisch oder nachhaltig wirtschaftende Betriebe zu verpachten.

– bisheriger Schwerpunkt der Privatisierungspraxis der BVVG – bleiben in den Jahren 2022 bis 2024 im Umfang von jährlich 2.000 ha möglich und sollen insbesondere der Erfüllung bestehender Rechtsansprüche dienen. Weitere 17.500 ha naturschutzfachlich wertvoller Flächen werden laut Bundeslandwirtschaftsministerium zudem für die Initiative „Nationales Naturerbe“ der Bundesregierung bereitgestellt

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