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Insektenschutz

Bioland verabschiedet Richtlinie „Biodiversität“

Delegierte
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 27.11.2019 - 14:20

Auf der Versammlung am 25. und 26. November in Fulda haben sich die Delegierten für die neue Richtlinie ausgesprochen. Ab 2021 tritt diese in Kraft.

„Das Ausmaß des Artensterbens ist so groß, dass es der Brisanz der Klimakrise gleichzustellen ist. Daher müssen alle Bereiche der Gesellschaft endlich beginnen zu handeln", appellierte Jan Plagge, Präsident Bioland e.V., auf der Tagung. Der Ökolandbau setze hier systembedingt bereits eine gute Grundlage. Doch dies alleine reiche nicht. Deshalb nehme Bioland Leistungen zum Schutz der Artenvielfalt explizit in seinen Richtlinien auf.

Der Bioland-Bundesfachausschuss „Biodiversität“ hat die Richtlinie in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam mit Fachleuten und Praktikern entwickelt und breit diskutiert. Das Ziel der Richtlinie sieht Bioland darin, einen Mindeststandard für Zusatzleistungen zum Erhalt der Biodiversität zu setzen, der über das hinausgeht, was die Betriebe durch ihre organisch-biologische Wirtschaftsweise bereits für Natur, Umwelt und Klima leisten. Der Richtlinie liegt ein Punktesystem zugrunde, das einzelne Maßnahmen separat bewertet. Diese reichen von niederschwelligen Aktionen wie der Einrichtung von Nistkästen über den Erhalt von extensivem Grünland hin zum Verzicht auf mechanische Unkrautregulierung oder der Neuanlage von Landschaftselementen.

„Die Etablierung in unsere Richtlinien sehe ich nur als einen von vielen Schritten. Nun ist vor allem auch die Politik gefragt, öffentliche Leistungen der Landwirte im Bereich Biodiversität sowie darüber hinaus im Umwelt-, Tier- und Naturschutz ausreichend zu honorieren“, ergänzt Jan Plagge. „Aber auch die Marktpartner bis hin zum Verbraucher sind in der Verantwortung den Mehraufwand für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen zu tragen.“