Klimaziele

Bioland hält Klimapaket für Mogelpackung

Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Freitag, 06.03.2020 - 10:57

Der Verband betrachtet eine Flächenbindung der Tierhaltung und Abstockung der Tierbestände für unabdingbar.

Bioland

Mainz - Bioland fordert nach den gestern veröffentlichten Berechnungen zur Wirksamkeit des Klimapakets der Bundesregierung, die Maßnahmen im Landwirtschaftssektor deutlich anzuziehen. Eine Studie belege, dass das Klimaschutzpaket der großen Koalition nicht genüge, um die Ziele Deutschlands bis 2030 zu erreichen.

„Für das Klimaziel der Landwirtschaft weist Klöckners Maßnahmenpaket eine massive Unterdeckung von 6 Mio. t CO2-Äquivalenten aus. Ohne eine Nachschärfung der Maßnahmen würde der Zielwert von 58 Mio. t CO2 deutlich verfehlt“, kritisiert Gerald Wehde, Geschäftsleiter Agrarpolitik bei Bioland. Dabei, so seine Aussage, liege die Lösung auf der Hand. Nur mit einer konsequenten Bindung der Tierhaltung an die Fläche und einer deutlichen Abstockung der Tierbestände sei das Klimaziel im Sektor Landschaft noch zu schaffen. Ministerin Klöckner schließe diese Option jedoch kategorisch aus.

10 Punkte-Plan der Bundesregierung stößt auf Ablehnung

Der 10 Punkte-Plan von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zur Erreichung der Klimaziele im Bereich Landwirtschaft betrachtet Bioland als unzureichend und schöngerechnet. Klöckners Maßnahmenpaket basiere auf unrealistischen Annahmen. Das sei ist jetzt gutachterlich bestätigt. Die Landwirtschaftspolitik verschleiere, genau wie in der Kohlepolitik, zu lange die Fakten. Das mache  den notwendigen Umbau nur teurer und noch schmerzhafter“, sagt Wehde.

Klöckner nutze die Klimaschutzdebatte, um die industrielle Tierhaltung weiter zu fördern. So wolle sie den Bau von Güllelagern und -aufbereitungsanlagen sowie von Biogasanlagen massiv fördern, obwohl eine Strategie zur Senkung der Tierbestände längst überfällig sei. „Seit Jahrzehnten ist klar, dass zu viel Gülle und damit Nitrat in unserem Grundwasser landet, die Tierbestände viel zu hoch sind und Deutschland Jahr um Jahr wichtige EU-Umweltziele verfehlt. Wir alle zahlen dafür den Preis doppelt und dreifach. Für die Umweltschäden mit zusätzlichen Steuergeldern, für den Aufwand der Grundwasseraufbereitung und den noch drohenden EU-Strafen“, so Wehde.