Koexistenz

Bioland fordert mehr Schutz vor Pflanzenschutzmittelabdrift

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Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Freitag, 15.02.2019 - 14:26

Im Brennpunkt stehen die beiden Mittel Pendimethalin und Prosulfocarb.

Bioland wirft Politik und den Zulassungsbehörden von Pflanzenschutzmitteln Versagen beim Schutz von Bauern und Bürgern vor der Abdrift bestimmter leichtflüchtiger Pestizide vor. Seit vielen Jahren sei dem Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) und den Zulassungsbehörden bekannt, dass sich die beiden Mittel Pendimethalin und Prosulfocarb von konventionellen Äckern verflüchtigen und vom Wind über weite Strecken getragen werden. Dort, wo sie niedergehen, würden sie die Ernten aller Bauern, auch die von Biobauern, die unter besonders strengen Auflagen und Kontrollen wirtschaften, belasten. Dies habe zur Folge, dass sie ihre Bio-Erzeugnisse wie Gemüse oder Kräuter und Tees nicht mehr als Bio vermarkten können. Hohe Schadenssummen können die Existenz von Biobauern gefährden.

Jan Plagge, Präsident Bioland e.V. Bioland fordert für  die beiden besonders flüchtigen Herbizidwirkstoffe  nationale Anwendungsverbote in Flächenkulturen wie Getreide und Kartoffeln. „Das Risiko der Fernabdrift muss endlich im Zulassungsverfahren berücksichtigt werden. Und es ist höchste Zeit für eine Umsetzung des versprochenen staatlichen Luft-Monitorings von Pestiziden“, so Plagge. Die Zusage des BMEL in der Agrarministerkonferenz 10/2015, ein „umfassendes Monitoring von Pestizidwirkstoffen in der Luft“ durchzuführen, wird bis heute ignoriert.

Auftrieb erhielt die Forderung durch eine neue Baumrindenstudie, die das Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft auf der Biofach vorgestellt hat. Aufgrund der Ergebnisse seien Fragen zur Koexistenz des ökologischen Landbaus neu zu diskutieren.