Klimawandel

Bioland und Demeter fordern geringere Tierbestände

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Ulrich Graf
am Freitag, 20.09.2019 - 09:10

Außerdem fordern sie ein Maßnahmenpaket zur Erreichung des
20 % Ökolandbau-Ziels der Bundesregierung.

Friday for future

Heute tagt das Klimakabinett in Berlin. Und in New York wird der UN-Klimagipfel vorbereitet. Zu diesem Anlass rufen zahlreiche Organisationen gemeinsam mit #FridaysForFuture und #AllefürsKlima zur Beteiligung am „Aktionstag für das Klima“ auf. Zu den Unterstützern zählen auch Bioland und Demeter.

In einer Erklärung zu dem Aktionstag fordern die beiden Verbände für die Landwirtschaft:

  • Ausrichtung der gesamten EU-Agrarzahlungen (GAP) auf eine klimaschonende, umweltschonende und tiergerechte Landwirtschaft.
  • Verminderung der Emissionen aus der Tierhaltung durch Reduktion der Tierbestände und eine durchgängig flächengebundene Tierhaltung.
  • Maßnahmenpaket zur Erreichung des 20% Ökolandbau-Ziels der Bundesregierung, welches u.a. eine forcierte Umsetzung der Zukunftsstrategie Ökolandbau beinhaltet.
  • Förderung der CO2-Bindung durch Humusaufbau in den landwirtschaftlichen Böden.
  • Etablieren einer Stickstoffstrategie zur Reduzierung der Lachgasemissionen.
  • Schutz, beziehungsweise nachhaltige wirtschaftliche Nutzung, von Mooren, Grünland und Wald sicherstellen.

Landwirtschaft betroffen

Die Forderungen begründen sie damit, dass durch den Klimawandel die Wirtschaftlichkeit vieler Betriebe in Gefahr sei und damit auch die Zukunft der Ernährung. Bereits heute seien dramatische Veränderungen in der Land- und Forstwirtschaft sichtbar. Dazu zählen die Verbände auf:

  • Es habe erhebliche Ernteausfälle in den letzten beiden Jahren gegeben, die den Betrieben zugesetzt hätten. Die Einbußen seien dramatisch und vielerorts mangele es an Tierfutter, so dass Tiere vorzeitig geschlachtet werden müssten.
  • Nicht nur Trockenheit, auch extrem starke Niederschläge und Hochwasser nähmen zu und führten zu Ernteausfällen
  • Auf dem Holzmarkt seien die Preise gefallen, weil durch die Dürrejahre 2018 und 2019 viele Bäume vertrockneten bzw. geschwächt wurden und dadurch dem Borkenkäfer zum Opfer fielen und notgeerntet werden mussten.
  • Neue Schädlinge, wie die Kirschfruchtfliege, würden sich rapide durch geänderte Klimabedingungen verbreiten, was zu Totalausfällen der Ernte führen könne.