Erneuerbare Energie

Biokraftstoffe sind für Klimaschutz nötig

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 18.01.2021 - 15:27

Für den CSU-Bundestagsabgeordneten Auernhammer gehören Biokraftstoffe in den Werkzeugkasten für den Klimaschutz.

Auernhammer-Artur-Bundestagsrede

Nach Auffassung des Bundestagsabgeordneten Artur Auernhammer (CSU) führt die Ausgestaltung und Weiterentwicklung einer nachhaltigen Verkehrs- und Klimaschutzpolitik auch in den kommenden Jahrzehnten kein Weg an Biokraftstoffen vorbei. Die erklärte Auernhammer als Vorsitzender des Vorstandes des Bundesverbandes Bioenergie (BBE) in seiner Eröffnungsrede  zum 18. digitalen Fachkongress für erneuerbare Mobilität „Kraftstoffe der Zukunft 2021“. Insgesamt 520 Teilnehmer sind der Einladung von fünf Verbänden der deutschen Biokraftstoffwirtschaft gefolgt, um sich auf dem internationalen Fachkongress „Kraftstoffe der Zukunft“ vom 18. bis zum 22. Januar 2021  über Marktentwicklungen, technologische Innovationen und die Zukunft der erneuerbaren Mobilität zu informieren.

„Wir erwarten daher, dass nachhaltige Biokraftstoffe bei der politischen Ausgestaltung der künftigen Klimaschutzpolitik sachgerecht und technologieoffen berücksichtigt werden", so der CSU-Politiker. Denn ohne nachhaltige Biokraftstoffe würde der Treibhausgasausstoß im Verkehr um fast 10 Mio. t CO2-Äquivalente höher ausfallen. Da andere perspektivreiche Maßnahmen wie die E-Mobilität, Wasserstoff und weitere strombasierte Kraftstoffe erst nach 2030 spürbare Effekte beim Klimaschutz liefern werden, gehören nach Auernhammers Meinung nachhaltige Biokraftstoffe in den kommenden Dekaden in den Werkzeugkasten der Klimaschutzpolitik.

Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), hielt die Ziele der Treibhausgasminderung im Verkehr  ambitioniert und anspruchsvoll, aber machbar. Neben der batterieelektrischen Mobilität seien hierfür erneuerbare Kraftstoffoptionen unverzichtbar, insbesondere Wasserstoff, eFuels und auch fortschrittliche Biokraftstoffe. "Um den Markthochlauf dieser Kraftstoffe voranzutreiben, braucht es einen Investitionsschub in Entwicklungsvorhaben und Erzeugungsanlagen. Dies unterstützen wir in den kommenden Jahren mit 1,5 Mrd. € an Fördermitteln“, so Bilger.

Höhere Quote für Treibhausgaminderung nötig

Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), forderte Bundestag und die Bundesländer auf, im Gesetzgebungsverfahren zur Treibhausgasminderungsquote die Ziele noch einmal deutlich anheben, um weitere Investitionen in erneuerbare Kraftstoffe auszulösen.

Gerade wenn wir mit der Dekarbonisierung des Verkehrs schnell vorankommen wollen, brauchen wir neben dem Hochlauf der Elektromobilität alternative Kraftstoffe", ergänzte Karsten Schulze, Technikpräsident des Allgemeinen Deutschen Automobil-Club e. V. (ADAC). Nur so könne es gelingen, alle Pkw-Besitzer in Deutschland in ihrer Lebensrealität abzuholen und mit auf dem Weg zu Klimaschutz im Verkehr mitzunehmen.

Prof. Dr. Thomas Willner, Hochschule für angewandte Wissenschaft (HAW Hamburg), unterstrich, dass für die zeitlich drängenden Herausforderungen des Klimaschutzes im Verkehr technologieoffen alle verfügbaren Optionen genutzt werden müssen. "Da Klimaschutz eine globale Aufgabe ist, kommt einer intensiven internationalen Zusammenarbeit bei der Umsetzung eine entscheidende Bedeutung zu“, betonte Willner.