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Wärmenetze

Biogas: Kaniber erwartet von Habeck weitere Schritte

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 06.09.2022 - 11:18

Bayerns Agrarministerin erwartet sich vom Bund mehr Möglichkeiten für regionale Wärmelieferungen.

Biogasanlage-Acker

Mehr Maßnahmen für das Nutzen von nachhaltigem Biogas hat Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) vom grünen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck gefordert. Wie die Ministerin in einem Brief an Habeck schreibt, erfordere die aktuelle Situation bei der Energieversorgung entschlossenes und kreatives Handeln.

Die temporäre Erhöhung der Produktionskapazitäten von Biogas und Biomethan durch den Einsatz vorhandener Substrate sei gut, könne aber nur ein erster Schritt sein. „Angesichts der Lage, in der wir uns befinden, brauchen wir mehr. Wir müssen die Potenziale ausschöpfen, die uns zu Füßen liegen. Das bedeutet auch, dafür zu sorgen, dass den vorhandenen Biogasanlagen kurz-, mittel- und langfristige Perspektive gegeben wird“, schreibt Ministerin Kaniber.

Perspektiven für Bestandsanlagen gefordert

Um künftig die Potenziale bestehender Anlagen ausreichend zu nutzen, plädiert die CSU-Ministerin eindringlich für eine umfassende Wärmenutzung von Biogasanlagen über Satelliten-Blockheizkraftwerke (BHKW). Diese stehen nicht am Ort der Biogaslage, sind aber mit ihr verbunden.

Gerade für Anlagen, der jetzt aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fallen, sieht die CSU-Politikerin die Möglichkeit einer konstruktiven Anlagenmodifikation. Damit halte man die bestehende Stromkapazität und erhöhe den Effizienzgrad durch lokale Wärmenutzung. Ansonsten stehe zu befürchten, dass diese Anlagen stillgelegt würden und die vorhandene Kapazität für erneuerbare Energien verloren gehe.

 

Ampel soll sich zu Satelliten-BHKWs bekennen

Damit es nicht so weit komme, sei ein klares Bekenntnis der Bundesregierung für Biogasbestandsanlagen und biogen versorgte Wärmenetze erforderlich, die mit Biogas-Satelliten-BHKWs geführt werden. Überdies brauche es den Rahmen, um Biogas-Kapazitäten zur Aufbereitung und Einspeisung ins Erdgasnetz zu bündeln.

„Viele Biogasbetreiber wollen sich zusammenschließen, ihr Biogas zu Biomethan aufbereiten und es in das Gasnetz einspeisen. Dafür muss der rechtliche Rahmen optimiert und endlich das bundesweite Förderprogramm für Biogassammelleitungen und die Gasaufbereitung auf den Weg gebracht werden“, fordert Kaniber von der Ampel-Regierung.

Keine Flächenausdehnung geplant

Die bayerische Agrarministerin machte klar: „Es geht ausdrücklich nicht darum, die Anbaufläche für Biogas-Substrate auszuweiten. Aber es muss das bestehende Potenzial endlich in seinem vollen Umfang ausgeschöpft werden.“

Mit einer zeitlich befristeten Leistungserhöhung, wie sie die Bundesregierung derzeit präferiere, könne zwar im Winter mehr Biogas erzeugt werden. Das gehe jedoch auf die Kapazität der Substratläger. Insofern könne damit nur etwas Zeit erkauft werden, bis die Läger leer sind und hoffentlich langfristige Lösungen gefunden und umgesetzt sind.