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Regenerative Energie

Biogas: Brüssel winkt Flexzuschlag durch

Josef koch
Josef Koch
am Donnerstag, 16.12.2021 - 12:41

EU-Kommission hat Notifizierungsverfahren für EEG 2021 weitestgehend abgeschlossen. Aber noch offene Punkte.

Betrieb_mit_Biogasanlage

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums hat EU-Kommission die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2021) aus dem vergangenen Sommer in weiten Teilen genehmigt. Damit ist nun auch der für die Branche so wichtige Flexibilitätszuschlag rechtskräftig. Tausende Biogasanlagenbetreiber haben nun eine klare Perspektive, so die Bioenergieverbände. Auch für Solaranlagen und Windkraft wurden die Neuregelungen genehmigt.

Im EEG 2021 hatte der Bund zunächst den Flexzuschlag für Biogasanlagen für den zweiten EEG-Vergütungszeitraum gestrichen, im Sommer diesen Jahres hat der Bundestag den Wegfall wieder zurückgenommen. „Somit können Biogasanlagenbetreiber im zweiten Vergütungszeitraum zukünftig wieder einen Flexzuschlag geltend machen, auch wenn sie bereits im ersten Vergütungszeitraum die Flexprämie erhalten haben“, so Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtbüros Bioenergie.

 

Anschlussvergütung für Kleinanlagen genehmigt

Grünes Licht gab es für eine Übergangsregelung zur verlängerten Nutzbarkeit von Stilllegungsnachweisen, um EEG-Vergütungen  bei vorzeitiger Stilllegung von Biomethananlagen übertragen zu können. Akzeptiert hat Brüssel die Änderung des Ausschreibungsdesigns für Biomethananlagen. Auch hat sie Anschlussvergütung für Güllekleinanlagen bewilligt, die in der Novelle der Erneuerbare-Energien-Verordnung (EEV) umgesetzt wurde.

Kein Verständnis hat Rostek hingegen für die nicht genehmigte Anschlussvergütung für die Verstromung von Altholz. Hier hätten sich die Bioenergieverbände von der Kommission eine andere Entscheidung gewünscht. Ein Veto aus Brüssel gab es auch zur vorgesehenen höheren Förderung für bestehende kleine Wasserkraftanlagen.

Südquote noch nicht genehmigt

Noch nicht abschließend genehmigt ist die Südquote. Es ist daher nach dem derzeitigen Stand davon auszugehen, dass diese in den ersten Ausschreibungsrunden im Februar und März 2022 noch keine Anwendung finden kann.

Ungelöst bleibt laut Rostek das noch große Hemmnis durch die endogene Mengensteuerung. „Diesen großen Bremser im aktuellen EEG gilt es nun zusammen mit der neuen Regierung auszuräumen,“ so Sandra Rostek.
 

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