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Erneuerbare Energie

Biogas: Aiwanger fordert höheren Gewinnzuschlag

Aiwanger-Energiebeirat
Josef koch
Josef Koch
am Freitag, 28.10.2022 - 16:14

Bayerns Wirtschaftsminister fordert vom Bund, die Pläne für die Erlösabschöpfung dringend anzupassen.

München Ernste Gefahren für die Entwicklung Erneuerbarer Energien sieht Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nach der dritten Sitzung des Energiebeirats an diesem Freitag (28.10). Die geplante Erlösabschöpfung dämpfe die Stimmung bei Biogas, Solar und Wind deutlich, so Aiwanger. Er und die im Energiebeirat vertretenen Verbände fürchtet, dass viele Betreiber von Biogasanlagen aufhören werden, Investoren würden vor dem Bau neuer Windkraft- und Solaranalgen angesichts solcher Unsicherheiten zurückschrecken, so der Tenor. Er forderte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck auf, schnellstens hier für Klarheit zu sorgen.

Mindestens 6 Cent/kWh Zuschlag gefordert

Aus Aiwangers Sicht benötigten gerade Biogasanlagen ausreichende Gewinnmargen. Die Abschöpfungsgrenze von 18 plus 3 Ct/kWh sei bei den gestiegenen Substratkosten eindeutig zu wenig. Der Wirtschaftsminister hält einen Zuschlag von mindestens 6 Ct/kWh für nötig. Generell plädierte er dafür getrennt für jeden Sektor der Erneuerbaren Energien kostendeckende Erlöse plus einer ausreichenden Gewinnmarge festzulegen. Ein Dorn im Auge ist ihm die rückwirkende Abschöpfung ab März diesen Jahres

Auch der Bayerische Bauernverband und die Organisation Landwirtschaft verbindet Bayern (LSV) warnten jüngst vor einem Sterben der Biogasanlagen, wenn Berlin seine Abschöpfungspläne so umsetzen sollte.

Abschöpfung contra Windboom in Bayern

Geschehe eine Anpassung der Berliner Abschöpfungspläne nicht, sieht Aiwanger durchaus ein „Restrisiko“, dass die jüngste Lockerung der 10-H-Abstandsregel in Bayern ins Leere laufen könnte. Allerdings gebe einige Anlagenprojekte in Gewerbegebieten, die den Strom selber nutzen wollten, so der Minister. Diese würden seiner Einschätzung nach trotzdem gebaut.

Bisher ging Bayerns Wirtschaftsminister von einem wahren Boom bei der Windenergie aus. In den kommenden Jahren erwartete er über 1000 neue Windräder in Bayern, alleine im Staatsforsten „100 plus x“ bestätigt er nach der Sitzung des Energiebeirats erneut.

Der Energiebeirat mit Vertretern aus über 80 Institutionen, Unternehmen und Landtagsfraktionen tagte am Freitag erstmals wieder in Präsenz. „Die Diskussionsbeiträge haben gezeigt, dass allen der Ernst der Lage absolut bewusst ist“, fasste der Staatsminister gegenüber Journalisten zusammen. „Wir ziehen an einem Strang, um bis 2030 die Stromerzeugung aus regenerativen Energien in Bayern auf 80 Prozent zu steigern“.

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