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Erneuerbare Energie

Bioenergieverbände machen Vorschläge für Aktionsprogramm

Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 09.02.2022 - 12:58

Bund soll Vorschläge der Verbände in seinem Klimaschutzsofortprogramm noch im Frühjahr beschließen.

Hackschnitzel-Biomasse

Das Hauptstadtbüro Bioenergie (HBB) und der Bundesverband Bioenergie e.V. (BBE) haben gemeinsam Vorschläge für das von der Bundesregierung geplante Klimaschutzsofortprogramm vorgelegt, welches der Bund noch in diesem Frühling beschließen soll.

Nach Ansicht der Bioenergieverbände sollte dieses Sofortprogramm Ansätze enthalten, die Deutschland auf den Pfad zur Klimaneutralität bringen und kurzfristig wirksame Maßnahmen, die eine direkte Kurskorrektur zum Erreichen der Klimaschutzziele für 2030 bewirken.

Mehr Flexibilität bei Biogasanlagen nötig

Hierfür schlagen die beiden Verbände neue Lösungen vor, um eine verlässliche Strom- und Wärmeversorgung sicherzustellen, welche den dringend erforderlichen massiven Ausbau von fluktuierenden Erneuerbaren unterstützen sowie absichern. Parallel zum Aufbau strombasierter Technologien bedarf es jedoch besonders im Verkehrssektor, in der Gebäudewärme sowie der Industrie Lösungen für die Abkehr von fossilen Anwendungen, welche nicht oder nur schwerlich zu elektrifizieren sind. Feste-, flüssige und gasförmige Bioenergieträger sind nach Auffassung der Verbände gut geeignet, diese Lücke zu füllen.

So empfehlen die Verbände, mehr Anreize für Bioenergiedörfer und Biomasse als Rückgrat für Wärmenetze zu schaffen. Nötig sei zudem mehr Flexibilität für Biogasanlagen beim Anschluss ans Gasnetz sowie das Umrüsten auf Biogaseinspeisung zu unterstützen

Blühpflanzen zu Biogas

Des Weiteren sehen die Verbände die Notwendigkeit den Land- und Forstwirtschaftssektor mit dem Klimaschutzsofortprogramm zu adressieren. Hier gilt es zum Beispiel durch die Vergärung von Gülle in Biogasanlagen Methanemissionen zu verringern sowie durch Anbau von Blühpflanzen Synergieeffekte zwischen Klima- und Naturschutz zu heben. Agroforstsystem sollten auch als Energieholz nutzbar sein. Ebenso sollte der Umstieg auf alternative Antriebe und Kraftstoffe besser gefördert werden.

Bürokratische Hürden und Hemmnisse müssen hingegen in allen Bereichen durch eine effizientere Ausgestaltung des Genehmigungsrechts beseitigt werden. Zentral für eine treibhausgasneutrale Volkswirtschaft sind nicht zuletzt natürliche und technische CO2-Senken, um unvermeidbare Restemissionen zu reduzieren. Bereits heute sollte deshalb mit dem Aufbau erster Konzepte zur Speicherung von CO2 aus Biomasse begonnen werden, schlägt die Bioenergiebranche vor.

Zusammengenommen adressieren die Vorschläge kostengünstige, zügige und sozialverträgliche Möglichkeiten, um Treibhausgasemissionen in allen Bereichen zu senken, so die Bioenergieverbände. Die Vorschläge sollen im Zusammenspiel der Erneuerbaren Energien das Erreichen der Netto-Null in 2045 ermöglichen.

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