Tierwohl

Bewusster Fleisch essen

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 23.08.2021 - 08:51

Der Deutsche LandFrauenverband plädiert für einen verantwortungsvollen Fleischkonsum. Tierhalter brauchen aber Perspektiven.

Schnitzel Pommes

In seinem aktuellen Positionspapier erkennt der Deutsche LandFrauenverband e.V. (dlv) aus ökologischen und gesundheitlichen Gründen an, dass ein geringerer und bewussterer Fleischkonsum ratsam ist. „Fleisch ist grundsätzlich nicht ungesund, wir essen allerdings mehr, als uns und der Umwelt guttut“, heißt es in dem Papier.

Neben den guten Gründen für eine Verringern des Fleischkonsums sind die LandFrauen aber auch um die Zukunft der heimischen Nutztierhaltung besorgt. Der dlv will sich mit dem Thema Nutztierhaltung nach den Bundestagswahlen intensiv befassen. „Die Nutztierhaltung in Deutschland braucht eine Perspektive. Ihr nachhaltiger Umbau kann nur in Einklang mit den Nachhaltigkeitssäulen Ökonomie und Soziales geschehen“, stellt dlv-Präsidentin Petra Bentkämper klar. In der nächsten Legislaturperiode müsse die politische Debatte auf Grundlage der Ergebnisse der Zukunftskommission Landwirtschaft sowie der Borchert-Kommission zügig fortgeführt werden.

Laut der dlv-Präsidentin hinterfragen immer mehr Menschen ihre Ernährungsgewohnheiten und wollen weniger Fleisch essen wollen. Auch der Bevölkerungsrückgang in Deutschland schmälert den Fleischabsatz. „Diesen Entwicklungen müssen wir uns stellen“, so Bentkämper.

Regionale vegetarische Frischeküche besser als Fleischersatzprodukte

Fleischersatzprodukte, die meist industriell hergestellten und hochverarbeiteten Produkte sind, hält der dlv nicht unbedingt für die gesundheitlich und ökologisch bessere Alternative. Er wirbt daher für eine regionale und saisonale vegetarische Frischeküche.

„Der kritische und kompetente Blick der Verbraucherinnen und Verbraucher ist mehr denn je gefragt. Wir fordern daher noch deutlicher als zuvor den Ausbau der Ernährungsbildung für jedes Alter,“ heißt es dazu im Grundsatzpapier. In der Gemeinschaftsverpflegung wünscht sich der Verband weiterhin Wahlfreiheit zwischen Gerichten mit und ohne Fleisch auf Grundlage der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Sie rät, den Fleischkonsum auf die Gesamtbevölkerung betrachtet zu halbieren. Das bedeutet bis zu 600g Fleisch und Wurst pro Woche.