Gemeinsame Agrarpolitik

BDM sieht keinen Systemwechsel

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 14.04.2021 - 12:48

Ein echter Systemwechsel hätte nach Ansicht des Verbandes den Markt und das darüber für die Bauern erzielbare Einkommen berücksichtigen müssen.

Bund Deutscher Milchviehhalter

Die gestern im Kabinett verabschiedeten Gesetzentwürfe zur nationalen Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik GAP bis 2027 sind nach Einschätzung des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) weder ein Systemwechsel noch eine Stärkung der bäuerlichen Familienbetriebe, wie von politischer Seite häufig behauptet wird.

„Es so darzustellen, als ob die Landwirtinnen und Landwirte von diesen Beschlüssen wirklich profitieren würden, ist fast schon zynisch“, zeigt sich BDM-Vorsitzender Stefan Mann verärgert. Dass eine Bindung der öffentlichen Gelder an öffentliche Leistungen notwendig sei, sei unbestritten. Dies aber als Stärkung der bäuerlichen Betriebe zu verkaufen, sei schon ein starkes Stück. Berücksichtigt werden müsse immerhin, dass die Anforderungen an die landwirtschaftlichen Betriebe steigen und man das Geld, das man für die Honorierung von Ökosystemleistungen vorsieht, den Bäuerinnen und Bauern vorher an anderer Stelle abgezwackt hat. Das Grundproblem bleibe dabei leider unverändert bestehen: Das Einkommen, das die Landwirte über den Markt erzielen können, reiche bei weitem nicht aus, um die Betriebe wirtschaftlich und ökologisch zukunftsfähig aufzustellen. Ein echter Systemwechsel würde das nicht ausklammern sondern hätte einen umfassenderen Ansatz. Die jetzigen Beschlüsse würden nur an den Folgen der bisherigen Agrarpolitik herumfummeln.