Bauerprotest

BDM konkretisiert Forderungen an die Verarbeiter

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 10.11.2020 - 16:55

Am 11. 11. werden Landwirte in ganz Deutschland bei ihren unmittelbaren Marktpartnern unter dem Motto „Schluss mit lustig“ vorstellig werden.

Forderungen des BDMs sind:

  • für den Liter Milch mindestens 15 Cent mehr
  • für das kg Rindfleisch mindestens 1 Euro mehr
  • für das kg Schweinefleisch mindestens 50 Cent mehr
  • für das kg Geflügel mindestens 20 Cent mehr

Es müsse jetzt alles dafür getan werden, dass dies kurzfristig realisierbar ist. Die Erlöse müssten innerhalb der Wertschöpfungskette gerechter verteilt werden. Von den erzielbaren Erlösen muss mehr bei den Erzeugern ankommen, begründet der Verband seine Forderungen.

Tierhalter mit dem Rücken zur Wand

Die Tierhalter sieht der Verband in ihrer Existenz bedroht. Im Bereich Milch beispielsweise blieben derzeit – ähnlich wie im extremen Krisenjahr 2016 – rund ein Drittel der derzeitigen Kosten ungedeckt, während die Anforderungen an die Betriebe und damit auch die Kosten weiter steigen würden.

„Es wird aktuell über die Zukunft der Landwirtschaft verhandelt, die viele Betriebe aber nicht mehr erleben werden, wenn sich nicht kurzfristig die Erlössituation auf den Märkten verbessert" beschreiben die Teilnehmer des Milchdialogs.der den Anstoß zu den Aktionen gegeben hat, die aktuelle Situation. Zu ihren Kritikpunkten zählt das ewige vertrösten der Lanswirte. "Wir unterstützen unsere Verarbeiter gerne dabei, sind es aber leid, abgewimmelt und im Kreis geschickt zu werden, vom Handel über den Verbraucher, über die EU und den globalen Markt und wieder zurück."

Am 19. November soll Bilanz gezogen werden

Die Stellungnahmen der Verarbeiter wollen die Aktionsteilnehmer am 19. November abholen. "Wir erwarten Rückmeldungen und Vorschläge, die erkennen lassen, dass nicht auf Zeit gespielt wird, sondern dass man wirklich bereit ist, ernsthaft und problembewusst die Misere unserer Betriebe anzugehen“, erklären die Milchdialog-Teilnehmer. Aktuell werde die Verantwortung immer nur weitergeschoben. So lasse man die Bäuerinnen und Bauern im Regen stehen. Damit müsse jetzt Schluss sein. Schluss mit lustig!