Protestaktion

BDM bricht zu zweiwöchiger Aktionstour auf

Molkerei
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Donnerstag, 09.09.2021 - 10:59

Der BDM sieht keine prinzipielle Bereitschaft der Verarbeiter an der schlechten Preissituation etwas zu ändern und will deshalb vor den Bundestagswahlen noch einmal an die Öffentlichkeit gehen.

Der Bundesverband der Milcherzeuger sieht den Zeitpunkt für einen Kurswechsel gekommen. Bei den Verarbeitern sei keine Bereitschaft zu erkennen, an der Preismisere der Bauern etwas zu ändern. Sie würden an den Dogma "Weiter so wie bisher festhalten" und steigende Verarbeitungs- und Vertriebskosten sowie sinkende Erlöse den Bauern ohne mit der Wimper zu zucken aufs Auge drücken. Das sei ein Diktat durch den Verarbeitungssektor.

Der BDM sieht darin eine Fremdbestimmung, mit der Schluss sein müsse, schließlich sei es "Unsere Milch - unser Fleisch - unser Markt - unsere Zukunft"

Enttäuscht von der Bundesregierung

Enttäuscht zeigt sich der Verband von der Bundesregierung. Das Bundeskartellamt habe bereits 2012 einen nicht funktionierenden Wettbewerb um Rohmilch und ein Marktmachtgefälle zu Ungunsten der Milchviehhalter festgestellt und seitdem mehrfach bestätigt. Im Schweinebereich sei es keinen Deut besser. Die Bundesregierung mit dem Bundesagrarministerium an der Spitze wälze die Probleme auf die Branche ab.

Deshalb will der BDM im Vorfeld der Bundestagswahl noch einmal aktiv werden und eigene Forderungen aufstellen. Dazu plant der Verband ab 13. September eine zweiwöchige Aktionstour. Die Termine werden auf der Homepage und in den Sozialen Medien bekannt gegeben.