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Coroakrise

Bayerns Bauern sind systemrelevant

Kartoffelernte
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 11.05.2020 - 14:06

Bayerische Jungbauernschaft verweist auf große Bedeutung regionaler Landwirtschaft und fordert Wertschätzung und Rückhalt auch nach der Krise.

Die Bayerische Jungbauernschaft weist aufgrund der aktuellen Corona-Krisenlage auf den hohen Stellenwert regionaler Landwirtschaft hin. Auch für die Zukunft wünschen sich die Junglandwirtinnen und Junglandwirte mehr Wertschätzung für die regionale Nahrungsmittelproduktion. Essenziell für das Weiterbestehen bayerischer landwirtschaftlicher Betriebe sind der Rückhalt in der Gesellschaft, faire Preise und zukunftsfähige Produktionsvoraussetzungen.

Regionale Strukturen stärken

Coronakrise

In Deutschland ist man dank hohem Selbstversorgungsgrad bei Fleisch und Getreide derzeit gut aufgestellt. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Anhand von Exportstopps und Ausfuhrbeschränkungen aufgrund der aktuellen Corona-Krise zeichnen sich Versorgungsengpässe in Importländern ab.

Zahlreiche Medien berichten derzeit auch von einer drohenden Fleischknappheit in den USA, da dort viele große Schlachthöfe schließen mussten. „Es zeigt sich, dass kleinere, regionale Strukturen in Krisenzeiten sicherer sind und der Beruf ‚Landwirt‘ absolut systemrelevant ist“, betont Matthias Högl, Sprecher des Arbeitskreises Agrarpolitik. Zudem ist Regionalität auch im Hinblick auf weitere Herausforderungen wie den Klimawandel von großer Bedeutung. Regionale Produkte müssen nur kurze Lieferwege hinter sich bringen und leisten damit einen wichtigen Teil zur Emissionseinsparung.

Verlässliche Arbeitsbedingungen erhalten

Im Produktionsprozess von der Aussaat bis zur Ernte sind bayerische Landwirte teilweise aber auch auf Betriebsmittel und Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen. Eine große Herausforderung sind diesbezüglich die erschwerten Einreisebedingungen für Saisonarbeiter. Für die ausländischen Arbeitskräfte ist die Mitarbeit auf bayerischen Feldern eine wichtige Einnahmequelle, für die Beitriebe sind es viele helfende Hände, ohne die einige Arbeiten nicht stemmbar wären.

Die Jungbauernschaft ist froh, dass die Landwirte auch in der Krise ihre Produktion weitestgehend aufrechterhalten können. Sie hoffen allerdings, dass für die Zukunft bessere Notfallpläne ausgearbeitet werden, die bei künftigen Pandemien herangezogen werden können. Außerdem begrüßen die Junglandwirtinnen und Junglandwirte die Verschiebung der GAP-Reform, damit dadurch keine zusätzliche Verunsicherung entsteht. „Langfristige Ziele dürfen aber nicht aus dem Blickfeld der Gemeinsamen Agrarpolitik in der EU verschwinden“, betont Matthias Högl.