Ökologische Landwirtschaft

Bayerischer Ökopakt wächst

AgE, StMELF
am Dienstag, 14.09.2021 - 09:31

Der Pakt für den ökologischen Landbau (Ökopakt) hat zum Ziel, den ökologischen Landbau in Bayern gemeinsam voranzubringen. Wenn möglichst viele Betriebe in Bayern auf ökologische Bewirtschaftung umstellen und Verarbeiter und Handel auf heimische Ware zurückgreifen, kann die bestehende Nachfrage mit mehr Öko-Lebensmitteln aus Bayern bedient werden.

Michaela Kaniber lächelt

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber begrüßte in der vergangenen Woche zwölf neue Partner für das Bündnis. „Wenn wir unsere Ziele des Landesprogramms BioRegio 2030 erreichen wollen, braucht es viele, die mit anpacken“, erklärte die Ministerin. Der Ökopakt spiele dabei eine wichtige Rolle.

Seit dem Start 2015 habe sich gezeigt, dass er einen aktiven Beitrag dazu leisten könne, den Ausbau des heimischen Ökolandbaus voranzutreiben. „Ich bin mir sehr sicher, dass wir mit unserem breiten Portfolio an Maßnahmen und unseren Netzwerkpartnern das ambitionierte Ziel 30 % Ökolandbau bis 2030 erreichen werden“, so die CSU-Politikerin weiter.

Auch die Verbraucher könnten dazu ihren Beitrag leisten, indem sie zu Lebensmitteln mit dem Bayerischen Bio-Siegel griffen. Verbunden damit sei neben der ökologischen Produktion auch die regionale Erzeugung in Bayern.

Nach Angaben des Münchener Agrarressorts gehören dem Ökopakt mit der aktuellen Erweiterung mittlerweile 36 Mitglieder an. Als Neumitglieder konnte die Ministerin die fünf bayerischen Imkereiverbände und den Bayerischen Gärtnereiverband sowie das Fachmagazin und die Fachakademie Ökona begrüßen; außerdem haben sich mit Landshut, Regensburg, Erlangen, Ingolstadt und Freising weitere fünf Städte dem Netzwerk der Biostädte in Bayern angeschlossen. Die bayerischen Biostädte sind laut Ministerium seit Dezember 2016 Teil des Ökopakts. Um die wertvolle Netzwerkarbeit mit diesem und anderen Zusammenschlüssen für den Ökolandbau zu stärken und gemeinsame Aktionen initiieren zu können, sei an der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ein spezieller Ansprechpartner installiert worden.

Den Paktpartnern stehe damit ein bayerischer „Öko-Netzwerker“ zur Seite. Ressortangaben zufolge wirtschaften im Freistaat derzeit mehr als 11.000 Betriebe auf rund 390.000 ha nach den Kriterien des ökologischen Landbaus und mehr als 4 400 Verarbeiter stellen aus den Erzeugnissen der bayerischen Ökobauern Bioprodukte her.

Maßgebliche Ziele des Ökopakts

  • die Information der Öffentlichkeit über Ziele und Inhalte des Ökopaktes;
  • die Bündelung der Aktivitäten der Paktpartner;
  • die Vernetzung der Paktpartner;
  • die Motivation weiterer potenzieller Partner zur Teilnahme am Ökopakt.

Gesellschaftliches Bewusstsein weiter schärfen

Insbesondere setzen sich die Paktpartner gemeinsam dafür ein, dass

  • die Verbraucherinnen und Verbraucher für Ökoprodukte aus heimischer Erzeugung sensibilisiert werden, damit ein bewussterer Entscheidungsprozess an der Ladentheke zugunsten von heimischen Ökoprodukten stattfinden kann.
  • in Kindergärten und Schulen verstärkt das Bewusstsein für die regionale Erzeugung von Bio-Lebensmitteln vermittelt wird und diese vermehrt angeboten werden.
  • die Vorbildfunktion öffentlicher Einrichtungen stärker ausgeübt wird.
  • eine Informationskampagne die Marktchancen im Bio-Lebensmittelbereich an die landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern heranträgt.
  • die EU verlässliche und sichere Rahmenbedingungen für den Ökolandbau schafft; dazu gehört eine sinnvolle Weiterentwicklung der EU-Öko-Verordnung auf Basis der bestehenden Gesetzgebung (dies beinhaltet vor allem die Beibehaltung des Prinzips der Prozessorientierung sowie das Festhalten an sinnvollen und notwendigen Ausnahmeregelungen).