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Unsere Bayerischen Bauern - Transparenz schafft Vertrauen

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Interview: Max Riesberg
am Mittwoch, 31.10.2018 - 13:21

Die Geschäftsführerin von Unsere Bayerischen Bauern (UBB), Eva-Maria Haas, zieht im Wochenblatt eine Zwei-Jahres-Bilanz und spricht über die Herausforderungen, die Kampagne weiter bekannt zu machen, sowie einen Schulterschluss in der Branche zu erreichen.

Wochenblatt: Zwei Jahre UBB, welche persönliche Bilanz ziehen Sie?

Haas: Ich bin begeistert wie viel aktive Unterstützung und Zusammenhalt ich innerhalb der Branche für unser Ziel – mehr Wertschätzung und Akzeptanz für die Landwirtschaft in Bayern – erfahre. Da geht es zum einen natürlich um die Finanzierung des Vereins bzw. der Kampagne und zum anderen um die Bekanntmachung und Verbreitung von UBB durch das Aufhängen unserer Hofplakate, die Verbraucheransprache auf Veranstaltungen oder den Dialog über die Sozialen Medien. Ohne das Mitwirken der Branche könnten wir nicht im notwendigen Maße zum Verbraucher durchdringen. Und dazu zähle ich auch die Landwirte, die sich die Zeit nehmen und die Mühe machen und ihre Betriebe für uns zu öffnen. Diese Transparenz schafft Vertrauen. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten!

Wochenblatt: Welche Herausforderungen sehen Sie dabei im Hinblick auf unsere moderne Gesellschaft, Stichwort: Tierschutz etc.?

Wochenblatt: Wie wollen Sie das Image der Landwirtschaft weiter voran bringen?

Haas: Unsere mittlerweile 20 Erzeugerporträts waren und sind eine wichtige Basis, um zeigen zu können, wie auf den Betrieben gearbeitet wird. Wir wollen weiterhin auf sympathische und authentische Art zeigen, was Landwirtschaft heute bedeutet. Vor allem wollen wir den Dialog mit den Verbrauchern ausbauen und haben dafür das neue Format „Nachgeha(r)kt“ entwickelt. In 60 Kurzfilmen greifen wir häufig gestellte Fragen und Vorwürfe auf und lassen sie von Landwirten beantworten. 
Die bis jetzt auf unserem Facebook-Kanal platzierten Videos zu den Themen „Weide- vs. Stallhaltung“ und „Substratanbau bei Gemüse“ haben für zahlreiche Kommentare und hitzige Diskussionen gesorgt, die uns wiederum die Chance geben, die Landwirtschaft zu erklären, Fakten zu platzieren und Verständnis zu schaffen. Ich möchte alle Social Media affinen Landwirte und Fachleute aus den Branchen auffordern, sich an den Diskussionen auf Facebook zu beteiligen! Alle zwei Wochen, immer montags, posten wir ein neues Video. (Bisherige Filme unter: https://www.unsere-bauern.de/wissen/nachgeharkt/).
Wochenblatt: Welche Herausforderungen sehen Sie dabei im Hinblick auf unsere moderne Gesellschaft, Stichwort: Tierschutz etc.?
Haas: Das Bild einer romantisierten Landwirtschaft, der verklärte Blick auf vergangene Zeiten, aber auch die teilweise sehr radikalen Ansichten von Tierschützern, Umweltaktivisten oder Veganern haben wenig damit zu tun, wie heute marktbedingt wirklich auf den Betrieben erzeugt wird. Besonders im Dialog auf Facebook sind diese zum Teil sehr einseitigen Meinungen spürbar. Zudem wissen viele Verbraucher gar nicht, welche Vielfalt an heimischen Produkten vor ihrer Haustüre wächst. Wir sehen es als unsere Aufgabe, die Verbraucher mitzunehmen auf unsere Reise durch die bayerische Landwirtschaft, ihr Interesse zu wecken, aufzuklären, Sorgen zu entkräften und Ängste zu nehmen.

Wochenblatt: Wie wollen Sie weitere Landwirte für UBB erreichen und motivieren mitzumachen?

Wochenblatt: Wie wollen Sie weitere Landwirte für UBB erreichen und motivieren mitzumachen?

Haas: Unsere Zielgruppe sind die Verbraucher. Aber natürlich ist die Voraussetzung dafür, die Verbraucher nachhaltig zu erreichen, dass die bayerischen Landwirte mit uns an einem Strang ziehen und unsere Arbeit unterstützen. Deshalb sind wir weiterhin viel unterwegs auf Branchen-Veranstaltungen, um zu zeigen, wer wir sind, was wir tun und was wir bereits erreicht haben. Ich bin guten Mutes, dass wir Schritt für Schritt einen Schulterschluss in der Branche und dadurch alle gemeinsam mehr Wertschätzung und Akzeptanz für die bayerische Landwirtschaft erreichen können.
Interview: Max Riesbergen.