Agrarpolitik

Bauerntag: Klöckners Bekenntnis zu Tierhaltern

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 19.10.2020 - 05:00

Auf dem Deutschen Bauerntag versicherte Klöckner zur Tierhaltung in Deutschland zu stehen. Zudem forderte sie Solidarität in der Schweinebranche.

Klöckner-Bauerntag2020-Erfurt

In ihrer Rede auf dem Deutschen Bauerntag 2020 am vergangenen Freitag sprach Bundesministerin Julia Klöckner neben den wichtigen Verhandlungen im EU-Agrarrat, auch die brennenden Themen Afrikanische Schweinepest und den Umbau der Tierhaltung an.

Die Diskussion um den Umbau der Nutztierhaltung in Deutschland darf nach den Worten von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner nicht zur „Ausstiegsdebatte“ werden. Das wolle sie verhindern, unterstrich die CDU-Politikerin in Erfurt. Sie beklagte, dass die Diskussion um die Tierhaltung so polarisiert und so absolut geführt werde wie einst die Debatte um die Atomkraft oder die Windkraft - emotional aufgeladen, sehr kontrovers.

Die Bundeslandwirtschaftsministerin warnte vor der Abwanderung der Tierproduktion aus Deutschland, denn dann werde das Problem nur verlagert, aber nicht gelöst. „Mein Ziel ist, Wirtschaftlichkeit und Tierwohl auf deutschem Boden zusammenzubringen, die Tierhaltung, die gesellschaftlich akzeptierter ist, mit den Landwirten zusammen umzubauen“, erklärte Klöckner. Der Ausstieg aus der Tierhaltung sei für sie keine Option.

Klöckner für Verlängerung bei Stallbauförderung

In ihrer Rede ging die Agrarministerin auch auf das Bundesprogramm Stallumbau ein. Wegen der kurzen Fristen erntet es heftige Kritik von Sauenhaltern. Laut Klöckner sind die 300 Millionen Euro für 2020 und 2021 für den Stallumbau im Sinne des Tierwohls aus den Corona-Soforthilfemaßnahmen eine stolze Summe.

"Aber machen wir uns nichts vor: Der Zeitraum, damit die Mittel abfließen können ist – gelinde gesagt – sportlich. Ich meine, die Förderperiode für den Stallumbau muss über das Jahr 2021 hinaus verlängert werden,“ so die Ministerin vor den DBV-Delegierten.

Solidarität der Schweinebranche gefordert

Mit Blick auf die aktuell durch Corona und die Afrikanische Schweinepest (ASP) arg gebeutelten Schweinehalter forderte die Ministerin in ihrer Rede „die Solidarität der ganzen Kette, vom Ferkelzüchter über den Schlachter bis zum Handel“.

Die Top-3-Schlachtereien schlachteten fast 60 % aller Schweine in Deutschland, was keiner kompensieren könne. Das könne man beklagen. „Aber zur Ehrlichkeit gehört auch, dass kleinere, dezentrale Schlachtereien, die wir auch fördern, es schwer haben, die hohen Investitionen und Hygieneauflagen zu schultern“, stellte Klöckner fest. Und sie bekomme immer wieder berichtet, wie sehr das Personal in diesem Bereich, gerade bei den mittelständischen Betrieben, in der Fläche.

Zudem sicherte sie den Landwirten zu, in intensiven Verhandlungen mit Drittländern zu stehen, um den Export von Schweinefleisch wieder zu ermöglichen. In der vergangenen Woche begrüßte Klöckner dazu eine japanische Delegation. Bei der Ausfuhr in Richtung China, Süd-Korea oder Japan erzielt Deutschland rund 30 Prozent seiner internationalen Exportumsätze. Gerade auch mit Teilen, die die Deutschen  nicht essen, in anderen Ländern aber zur Delikatesse gehören. "Auch das ist Nachhaltigkeit", betonte die Ministerin.

Mit Material von AgE