Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Landwirte protestieren

Bauerndemos in Bayern am 22. Oktober

DSC09618
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 16.10.2019 - 13:03

In München, Bayreuth und Würzburg finden Protestkundgebungen statt. Aufgerufen hat die Bewegung "Land schafft Verbindung".

Die Kundgebungen finden  am 22. Oktober in

München
  • um 11 Uhr
  • am Odeonsplatz

Bayreuth

  • um 13:00 Uhr
  • an der Tierzuchthalle – Adolf-Wächter-Straße
Würzburg
  • um 11 Uhr
  • Philipp-Schrepfer-Allee

statt.

Es spricht der „Landwirt des Jahres 2017“,  Georg Mayerhofer.

Die Veranstalter weisen darauf hin, dass die Demonstrationen angemeldet und somit legal ist.

Auch an anderen Orten in Deutschland werden sich Bauern mit ihren Landmaschinen auf den Weg in die großen Städte machen, um für Ihre Anliegen einzustehen. Die Zentrale Kundgebung findet in Bonn statt.

Die Graswurzel ruft

Seit Anfang Oktober organisieren sich Landwirtegruppen über die Sozialen Medien und planen Kundgebungen im ganzen Land.

Innerhalb kürzester Zeit haben sich schon mehr als 12 000 Menschen unter der Facebook-Gruppe "Land schafft Verbindung - Wir rufen zu Tisch" zusammengefunden. Die Aktionen, zu denen die Bewegung aufruft, werden von Landwirten aus der Taufe gehoben und werden auch von diesen organisiert.

Die Gruppe versteht sich nicht als Vertreter einer bestimmten Produktionsrichtung oder Wirtschaftsweise, sondern will den gesamten Berufsstand ansprechen. Es ist weder ein Verband noch ein Verein beteiligt. Sie zählt damit zu den sogenannten Graswurzel-Bewegungen, die sich von der Basis her organisieren.

Die Anliegen der Bewegung

Land schafft Verbindung definiert ihre Anliegen folgendermaßen:

  • Das Agrarpaket gefährdet bäuerliche Familienbetriebe. Die Bewegung will diese Betriebe erhalten.
  • Die Verschärfung der Düngeverordnung führt zu Unterdüngung. In den sogenannten roten Gebieten schadet das dem Boden und dem Wasser mehr als es nützt.
  • Buhmann der Politik und vieler NGOs: Die permanente negative Stimmungsmache, das Bauernbashing, führt zu Ärger und Frustration im Berufsstand. Diskriminierung, Benachteiligung und Mobbing von Angehörigen gehören zur Tagesordnung. Das gefährdet die Zukunft der Betriebe und des ländlichen Raums. Unter solchen gesellschaftlichen Umständen und ständig an den Pranger gestellt, oft ohne fachliche Grundlage, verliert der Beruf des Landwirts seine Attraktivität.
  • Das Mercosur-Handelsabkommen gefährdet durch Billigpreise importierter Waren die Versorgung mit sicheren, qualitativ hochwertigen und geprüften Lebensmitteln aus der Region.
  • Wir rufen zu Tisch – miteinander reden, statt übereinander: Wir fordern Verhandlungsgespräche zwischen Landwirten, den beiden Bundesministerinnen für Landwirtschaft sowie Umwelt, Julia Klöckner und Svenja Schulze, sowie den führenden und verantwortlichen NGO’s.