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Protest

Bauerndemos: 6000 Landwirte in Bonn

Land schafft Verbindung
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Freitag, 25.10.2019 - 11:36

Auf dem Münsterplatz versammelten sich am Dienstag fast 6.000 Landwirte. Rund 2.000 Schlepper standen vor den Toren der Stadt.

Die Zentralkundgebung der Bauerndemos am 22. Oktober 2019 fand in Bonn statt. Aus ganzen Bundesgebiet reisten Landwirte an. Mit ihrem öffentlichen Protest machten sie ihren Ärger über die agrar- und umweltpolitischen Entwicklungen der jüngsten Zeit deutlich. Aufgerufen hatte die Bewegung "Land schafft Verbindung" unter dem Slogan "Wir bitten zu Tisch".

Allein in zwei Bundesländern kommen schon 10.000 Bauern zusammen

Der Aufruf erfolgte bundesweit. In Bayern fanden Kundgebungen in München, Würzburg und Bayreuth statt. An diesen Orten nahmen in der Summe rund 4000 Bauern an den Demonstrationen teil. Damit kamen allein in den beiden Bundesländern Nordrhein-Westfalen und in Bayern rund 10.000 Bauern zusammen. Ein Wert, der in dieser Größenordnung einmalig sein dürfte.

Insgesamt fanden Veranstaltungen an folgenden Orten statt:

  •        Bayreuth – Sternfahrt
  •        Berlin - Sternfahrt
  •        Bonn - Zentralkundgebung
  •        Chemnitz – Sternfahrt
  •        Elbe-Weser Raum – 3 Demonstrationszüge
  •        Erfurt – Kundgebung und Rundfahrt
  •        Freiburg – Kundgebung
  •        Görlitz – Sternfahrt
  •        Hamburg – Sternfahrt
  •        Hannover – Kundgebung
  •        Leipzig – Sternfahrt
  •        Magedeburg – Sternfahrt
  •        München – Kundgebung
  •        Münster - Sternfahrt
  •        Oldenburg - Sternfahrt
  •        Pfalz, Schauernheim – Protesttafel aufm Acker
  •        Stade – Treckerdemo
  •        Stuttgart – Kundgebung & Rundfahrt
  •        Würzburg -  Veranstaltung

Solidarnote der Verbände

Erst eine Woche zuvor hatten tausend Landwirte vor dem Bonner Landwirtschaftsministerium gegen zunehmende Auflagenflut demonstriert. Hier hatten die Verbände aufgerufen. RLV-Präsident Bernhard Conzen kann die Stimmung der Bauern nachvollziehen. „Wir sind sauer auf das, was die Politik zurzeit mit uns macht. Ob Düngeverordnung oder Insektenpaket: An allen Ecken und Enden warten neue verschärfte Auflagen! Wir sollen weniger düngen, auf Pflanzenschutz verzichten und unsere Flächen als Schutzgebiete aus der Nutzung verlieren.“

Niemand, so Conzen, interessiere sich offensichtlich dafür, ob die Landwirtschaft das alles leisten könne. Stattdessen nehme man in Kauf, dass der Druck auf die Preise durch das geplante Mercosur-Abkommen sogar noch zunehme. Bleibe alles so, wie jetzt angekündigt, werde es einen beispiellosen Strukturwandel geben, der viele Betriebe ihre Existenz koste.