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DBV-Konjunkturbarometer

Bauern wollen wieder mehr investieren

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 11.04.2022 - 10:19

DBV-Konjunkturbarometer belegt bessere Stimmung und höhere Investitionsbereitschaft. Zukunft aber schlechter eingeschätzt.

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Zumindest kurzfristig hat sich die Stimmungslage der deutschen Landwirte zum Frühjahr hin etwas aufgehellt. So wollen etwas mehr Landwirte Geld in die Hand nehmen und investieren. Das zeigen die Ergebnisse des DBV-Konjunkturbarometer Agrar für den März.

Allerdings driften die Einschätzung der aktuellen Lage und die Zukunftserwartungen stark auseinander. Ihre aktuelle wirtschaftliche Lage schätzen die Landwirte spürbar besser ein als noch im Dezember. Die Zukunftserwartungen jedoch sinken weiter auf einen neuen Tiefststand.

Der Indexwert des Konjunkturbarometer Agrar fällt mit 10,8 im Dezember gegenüber 8,8 aus der vorangegangenen Befragung von Dezember etwas höher aus. Auf der Notenskala von 1 bis 5 wird die aktuelle wirtschaftliche Situation im Durchschnitt der Betriebe mit 3,02 deutlich günstiger beurteilt als die zukünftigen Aussichten mit einem Wert von 3,38. Die aktuelle wirtschaftliche Lage hat sich gegenüber Dezember in allen Betriebsformen verbessert. Anders bei den Zukunftserwartungen: Sie haben sich vor allem in den Veredlungsbetrieben, aber auch in den Futterbaubetrieben verschlechtert.

Investieren vor allem in Maschinen und Erneuerbare Energien

Gegenüber Dezember nahezu unverändert drücken hohe Düngemittel-, Energie- und Futtermittelpreise auf die wirtschaftliche Stimmungslage. Positiver Einfluss geht dagegen von deutlich höheren Erzeugerpreisen bei Getreide, Milch, Rindern und Schweinen aus.

Bei der nur leicht verbesserten wirtschaftlichen Stimmungslage steigt die Investitionsbereitschaft der deutschen Landwirte im Jahresvergleich etwas an. Der Anteil der Landwirte, der im nächsten halben Jahr investieren will, liegt bei 35 Prozent (Vorjahr 34 Prozent). Das dabei geplante Investitionsvolumen wird auf 4,9 Mrd. Euro veranschlagt, das sind rund 500 Mio. € mehr als zuletzt.

Besonders bei erneuerbaren Energien, aber auch bei Maschinen wird mehr investiert. Investitionen in Wirtschaftsgebäude wie in Ställe bleiben mit 1,6 Mrd. € relativ niedrig. 68 Prozent der Investitionen in Wirtschaftsgebäude sind Erhaltungsinvestitionen.

Auch für den Landkauf wollen die Landwirte mit 1,7 Mrd. € rund 13 % mehr ausgeben. Damit übertrifft dies sogar die geplanten Investitionen in Wirtschaftsgebäude.

Corona: Für jeden Zehnten neue Absatzchancen

Die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie hinterlässt ihre Spuren weiterhin in der Landwirtschaft. Im März 2022 fühlen sich 9 % statt 13% der repräsentativ befragten Landwirte von der Corona-Krise in ihrem Wirken beeinträchtigt. 13 % wollen ihre geplanten Investitionen deswegen auf unbestimmte Zeit verschieben, Ende 2021 waren es aber noch 22%.

Während 12 Prozent der Landwirte angeben, durch die Corona-Pandemie Umsatzverluste erlitten zu haben, gehen 11 Prozent davon aus, zu Corona-bedingten neuen Absatzchancen gekommen zu sein. 18 Prozent der Landwirte teilen die Einschätzung, dass mit der Corona-Situation die Landwirtschaft wieder einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft bekommt. In der Dezember-Erhebung 2021 waren es 16 Prozent. Rund ein Drittel der Landwirte sind dagegen der Meinung, dass durch das Virus die Sorgen und Nöte der landwirtschaftlichen Betriebe aus dem Blick geraten. Ende 2021 dachten noch über die Hälfte so (51%).