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Kommentar

Baerbocks heikle Personalie

Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 09.02.2022 - 09:17

Die Berufung der Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan ins Auswärtige Amt könnte für Bauern heikel werden. Ein Kommentar.

Redakteur

Schon im Wahlkampf war Annalena Baerbock für einige Überraschungen gut. Fehler im Lebenslauf oder beim Zitieren in ihrem Buch. So brachte sie den damaligen Höhenflug der Grünen zum Stoppen, und sich ums Kanzleramt.

Mit der Berufung der Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan als Sonderbeauftrage für den internationalen Klimaschutz ins Auswärtige Amt wollen Baerbock und die Grünen offenbar die Bauern komplett verärgern. Baerbock macht im wahrsten Sinne des Wortes damit den Bock zum Gärtner. Morgan ist US-Bürgerin, soll auf die Schnelle eingebürgert werden, um dann verbeamtete Staatssekretärin werden zu können, berichten verschiedene Medien.

Greenpeace stieg bei Zukunftskommission aus

Morgan-Jennifer

Dabei war es Greenpeace Deutschland unter der Führung von Martin Kaiser, der mit seinem Rückzug aus der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) im März 2021 für Schlagzeilen in den Medien sorgte. Der Greenpeace-Chef monierte damals, dass die ZKL zu wenig eingebunden war, bei den damaligen nationalen Verhandlungen zur Umsetzung der Agrarreform. Manche ZKL-Mitglieder warfen der Umweltorganisation zu wenig Kompromissfähigkeit vor. Der damalige Staatssekretär Uwe Feiler warf Greenpeace gar eine lang geplante PR-Aktion vor.

 

Flasbarth als Beispiel

Zwar soll sich Morgan künftig um die internationalen Klimakonferenzen kümmern. Doch da wird auch viel über die Rolle und die Aufgaben der Landwirte zum Klimawandel diskutiert und beschlossen. Und man muss wahrlich kein Hellseher sein, um zu ahnen, dass Greenpeace-Aktivistin Morgan sicherlich auch am Kabinettstisch versuchen wird, auf die deutsche Agrarpolitik Einfluss zu nehmen.

Bestes Beispiel war der jahrelange Staatssekretär im Umweltministerium, Jochen Flasbarth, der zuvor Präsident des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) war. Er ist in Sachen Agrarpolitik immer wieder dazwischen gegrätstscht und hat beispielsweise die künftigen Ökoregelungen verschärft.

Ob es dem selbsternannten Anwalt der Bauern, Cem Özdemir, dann wirklich gelingen wird, die Interessen der Bauern ernsthaft zu vertreten, bezweifele ich. 

Was halten Sie von der Berufung von Verbandsaktivisten auf führende Staatsämter?

Lehne ich ab, weil eine Klientelpolitik zu erwarten ist
92% (406 Stimmen)
Finde ich gut, weil dann ein thematisches Vorwissen vorhanden ist
5% (23 Stimmen)
Könnte ich akzeptieren, wenn alle Ministerien hier einheitlich verfahren
3% (12 Stimmen)
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