Fischerei

Backhaus kritisiert Greenpeace-Aktion

Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Dienstag, 28.07.2020 - 10:44

Die Umweltaktivisten versenken derzeit schwere Granitsteine in der Ostsee östlich von Rügen, um die Schleppnetzfischerei zu erschweren.

Mecklenburg-Vorpommern

Seit dem Wochenende ist Greenpeace mit seinem Schiff „Beluga II“ auf dem Adlergrund etwa 40 Kilometer östlich von Rügen unterwegs und versenkt dort Granitsteine von 300 bis 1.000 Kilogramm Gewicht in der Ostsee. Das angestrebte Ziel der Umweltorganisation sei es, damit die Schleppnetzfischerei im Gebiet zu erschweren. Zugleich will man darauf hinweisen, dass die in der dortigen AWZ Deutschlands befindlichen Vogelschutz- und FFH-Gebiete nicht hinreichend geschützt würden. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till kritisiert das Vorgehen der Aktivisten:

„Es ist schon fast als makaber zu bezeichnen, wenn Greenpeace einen Berufsstand, der quasi vor der Auflösung steht, zum Sündenbock macht für die gesamte Misere der Ostsee. Von den 1390 Fischern im Haupterwerb im Jahr 1989 sind noch 211 geblieben. Weitere Betriebsaufgaben sind angekündigt.

Es liegt nicht allein an der Fischerei

Man könne trefflich über „Henne und Ei“ streiten, so Backhaus – "aber dass zum Beispiel der Hering Probleme hat, ist nicht allein auf Überfischung zurückzuführen. Hier haben andere Umweltfaktoren, wie die Erderwärmung, erheblichen Anteil."

Als Umweltminister sei ihm die Situation in der Ostsee natürlich sehr wichtig. Deshalb seien große Anstrengungen zu leisten, um für eine Verbesserung des Zustandes zu sorgen. Das betreffe auch den Einfluss der Landwirtschaft auf die Gewässerqualität. Sicher sei: Wir können nicht einfach so weitermachen wie bisher. Dennoch sei es unseriös, wenn Greenpeace den Eindruck zu erwecken versuche, Meeresschutzgebiete seien von jeder Nutzung ausgeschlossen.

Im Gegenteil: Natura 2000-Gebiete umfassen viele traditionelle Kulturlandschaften, die durch menschliche Nutzung erst so wertvoll geworden seien. Schutz durch Nutzung sei das Motto. Deshalb schlägt Bakchaus vor, auf solche PR-Maßnahmen zukünftig zu verzichten. Sie würden eine Verzerrung der Realität darstellen und niemandem weiterhelfen.