Abschlussbericht der Zukunftskommission Landwirtschaft

Aussagen des ZKL-Berichts nicht verzerren

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 19.07.2021 - 14:40

Des Kommissionsvorsitzende der Zukunftskommission appelliert, den Abschlussbericht in seiner Gesamtheit zu sehen und ihn nicht über Rosinenpickerei für eigene Zwecke zu instrumentalisieren.

Zukunftskommission

In der Debatte um die Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) hat der Kommissionsvorsitzenden Professor Dr. Peter Strohschneider den Bericht in der Fachzeitschrift „agrarheute“ gegen Kritik aus unterschiedlichen Richtungen verteidigt: „Es ist mühsam, knapp 190 Seiten zu lesen. Wer an einzelnen Wörtern oder Sätzen Anstoß nehmen will, findet sie. Doch unser Bericht ist kein Markt, auf dem ein Thema beliebig gegen ein anderes eingetauscht werden könnte. Uns geht es um das Gleichgewicht in der systematischen Gesamtschau. Wer Rosinen picken will, hat den Bericht nicht verstanden.“ Seine Empfehlung lautet: "Text lesen." Ähnlich hatte sich zuvor schon DLG-Präsident Hubertus Paetow im Wochenblattinterview geäußert.

Dr. Manfred Hudetz, der als Präsident des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA) der Zukunftskommission angehörte, hat nun ähnlich Stellung bezogen: „In dem Bericht sind viele wichtige und zukunftsweisende Punkte im Sinne der Landwirtschaft gesetzt. Zielkonflikte mussten selbstverständlich adressiert werden - aber im Kern des Berichts steht das Bekenntnis zu einem starken Agrarstandort Deutschland. Man muss ihn ganz lesen!“

Hudetz hebt für ihn wichtige Punkte hervor

Hudetz bedauert, dass zahlreiche technologiefreundliche Aussagen des Berichts in der bisherigen Debatte kaum Beachtung gefunden hätten. So hieß es in dem Bericht auf Seite 135, dass moderner Pflanzenbau durch die Nutzung neuester Technologien die negativen Auswirkungen auf die Umwelt erheblich minimieren könne.

Den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln wolle die ZKL nicht beenden, sondern mithilfe digitaler Tools eine Reduktion dieser Betriebsmittel erreichen, „ohne die Produktivität zu gefährden“. Dabei sieht Hudetz die Politik in der Pflicht, Investitionen in die Digitalisierung zu fördern und den Ausbau der Infrastruktur im ländlichen Raum zu beschleunigen. Neben den Chancen durch Smart Farming und die Digitalisierung habe die ZKL auch die Potenziale von Biostimulanzien, Inhibitoren und umhüllten Düngemitteln für eine verbesserte Nährstoffeffizienz ausdrücklich gewürdigt. „Die ZKL wollte eben gerade nicht zurück zu einer Landwirtschaft von gestern, sondern hat die Bedeutung moderner Technologien sowie von Wissenschaft und Forschung unterstrichen“, so Hudetz.