Artenvielfalt

Artenschutz: Kaniber wirft Lemke „Schwarze-Peter-Spiel" vor

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 14.01.2022 - 13:15

Bayerns Agrarministerin findet Schuldzuweisungen von Bundesumweltministerin Steffi Lemke an Landwirte unfair und einseitig.

Kaniber Michaela-Interview

Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) wirft Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) vor, die Aufgabe zum Artenschutz nur bei den Landwirten abzuladen. Das sei eindeutig der falsche Weg. Bei diesem Thema sei die gesamte Gesellschaft am Zug, so Kaniber.

Um sich ein Bild machen zu können, wie Artenschutz wirklich funktioniere, hat die Agrarministerin Lemke nach Bayern eingeladen. „Bei uns sieht man, wie Artenschutz und Landwirtschaft zusammengebracht werden können“, so Bayerns Agrarministerin Kaniber. Bayerns kleinstrukturierte Landwirtschaft sei das Paradebeispiel.

Lemke: Landwirte sind in der Pflicht

Lemke-Bundestag

Bundesumweltministerin Lemke sieht die Landwirte bei der Bekämpfung des Artensterbens in der Pflicht. In ihrer Rede im Bundestag (12.1.), als sie ihre politische Agenda für die nächsten vier Jahre vorstellte, hielt sie eine Agrarwende für nötig, die den Verbraucherschutz, Tier- und Naturschutz und die Wirtschaftsgrundlage der Landwirtinnen und Landwirte neu verbinde sowie die "Pestizide und Nitrateinträge in die Ökosysteme" reduziere.

„Was den Eintrag in Naturschutzgebiete anbetrifft, am besten sehr schnell gegen null“, wünscht sich die Grünen-Politikerin. Es gehe darum, nach Jahrzehnten der Naturzerstörung „ein Zeitalter der Renaturierung“ einzuläuten.

Kaniber sieht Bayern beim Artenschutz führend

Nach Auffassung von Kaniber funktioniert Artenschutz nur mit und nicht gegen die Landwirtschaft. Dieses „Schwarze-Peter-Spiel“ füge sich nahtlos an die Regierungserklärung von Bundeskanzler Olaf Scholz an. Die Landwirtschaft werde nur als Problem gesehen, beklagt die CSU-Ministerin.

Dagegen haben in Bayern im Zuge des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ Vertreter aus Landwirtschaft, Naturschutz und Gesellschaft gemeinsam Lösungen für mehr Artenschutz erarbeitet. Darüber hinaus nimmt nach Ministeriumsangaben jeder zweite landwirtschaftliche Betrieb in Bayern freiwillig am Kulturlandschaftsprogramm teil. Damit sei Bayern bei Agrarumweltmaßnahmen und beim Öko-Landbau in Deutschland führend, ist Kaniber überzeugt.

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