Tiergesundheit

Antibiotika: Jäger wollen keine Einschränkungen

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 26.08.2021 - 10:01

EU-Abgeordnete sollen im September gegen Antrag der Grünen stimmen.

Jäger und Hunde

Immer mehr Verbände fordern EU-Abgeordnete auf, Anfang September bei der Abstimmung über die Antibiotika-Verordnung für den Vorschlag der EU-Kommission zu stimmen, und nicht für den Antrag des Umwelt- und Gesundheitsausschusses (ENVI).

So haben der Deutsche Jagdverband (DJV),  Deutscher Falkenorden (DFO), Orden Deutscher Falkoniere (ODF) und Jagdgebrauchshundverband (JGHV) in einem offenen Brief den Antrag von Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Fraktion die grünen Fraktion im EU-Parlament, scharf kritisiert. Dieser sieht vor, den Einsatz von Antibiotika, die für eine menschliche Behandlung vorgesehen sind, generell  für Tiere zu verbieten.

Die Verbände sehen darin die bewusste Gefährdung von Tierleben und einen Verstoß gegen das Staatsziel Tierschutz. Sie unterstützen hingegen den Ansatz der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA),  wonach Tiermedizin, Humanmedizin und Umweltwissenschaften gemeinsam an einer Reduktion von Antibiotikaresistenzen arbeiten. DJV, DFO, ODF und JGHV fordern die Mitglieder des Europäischen Parlaments auf, Mitte September den Antrag von Martin Häusling abzulehnen.

Gesunde Jagd- und Spürhunde sind wichtig

Auch die Bundestierärztekammer warnt laut DJV vor einem generellen Verbot des Einsatzes von Antibiotika aus der Humanmedizin für Tiere. Davon betroffene Antibiotika sind oftmals die einzige Therapiemöglichkeit für Heim- und Haustiere, die an lebensbedrohlichen und schmerzhaften bakteriellen Infektionen leiden.

Die unterzeichnenden Verbände stellen klar, dass gut ausgebildete Jagdhunde essentiell für eine tierschutzgerechte und effektive Jagd sind. Stöberhunde sind beispielsweise wichtig für die Jagd auf Reh- und Rotwild zur Wildschadensverhütung.

Kadaverspürhunde spielen derzeit eine große Rolle bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest. Bei ihrer Arbeit können sich Jagdhunde verletzen, eine effektive Behandlung bakterieller Infektionen mit Antibiotika muss deshalb auch künftig möglich sein.

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