Kommentar

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Alexandra Königer
am Donnerstag, 23.08.2018 - 09:09

Der Klimawandel wird spürbar - und jetzt?

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Durch die lang anhaltende Trockenheit und Hitze reden plötzlich alle vom Klimawandel, wieder mal – und das ist gut so. Noch besser wäre, etwas gegen den Ausstoß von Treibhausgasen zu tun, die zur Erd­erwärmung führen. Die Landwirtschaft spielt dabei auch eine Rolle, allerdings nicht die entscheidende. Ihr Anteil an den Treibhausgas-Emmissionen beträgt nur sieben Prozent, wie die Grafik auf Seite 12 zeigt. Energiewirtschaft und Verkehr pusten am meisten in die Luft. Die Politik ist gefordert, endlich einen Kurswechsel einzuleiten und mutige Entscheidungen zu treffen. Die SPD-Umweltministerin Svenja Schulze fordert auch in der Agrarpolitik ein Umsteuern. Auf Schulzes Vorschläge für eine GAP-Reform angesprochen verwies die CDU-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner lediglich auf ihre geplante Ackerbaustrategie, die auch ökologische Belange im Blick habe.
Vielleicht sollten wir nicht auf die Politik warten, sondern bei uns selbst anfangen. Nutzen wir die derzeit spürbaren Auswirkungen des Klimawandels zum Innehalten und bestenfalls gleich zum Umsteuern. Jeder kann sein eigenes Verhalten überdenken: Braucht es die kurze Autofahrt zum Bäcker wirklich? Achten wir genug darauf, regionale Lebensmittel einzukaufen, die schon allein wegen kurzer Transportwege eine bessere Ökobilanz haben? Registrieren wir die oft opulente Verpackung überhaupt noch in diesem wirklich wahnwitzig breiten Nahrungsmittel­angebot, das sich in unseren Supermarktregalen findet? Oder der Coffee-to-go im Pappbecher, muss das sein? Warum nicht einen Becher einstecken, wenn man zwischendurch den Koffein-Kick braucht?
Es ist Urlaubszeit, viele sind mit dem Flugzeug in der Welt unterwegs. Fernreisen, vor allem kurze – ein Muss? Auch in der Nähe kann man abschalten. Oder auf dem Hausbankerl – am besten, während die PV-Anlage auf dem Dach Solarstrom erzeugt.