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Tierwohl

Anbindehaltung: Kaniber nimmt Petition entgegen

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 16.11.2021 - 14:32

Agrarministerin Michaela Kaniber sieht in Petition "Anbindehaltung sofort stoppen" wesentliche Punkte als erfüllt. Kombihaltung als Alternative.

Bei der Entgegennahme der Petition „Anbindehaltung endlich stoppen“ betonte Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber am Dienstag (16.11.), dass Bayern sich schon auf den Weg zu mehr Tierwohl gemacht habe. Einige Forderungen der Petition, die Sabine Lissy initiiert hat, seien schon erfüllt.

So unterstütze man Anbinderhalter beim Umbau ihrer Ställe mit Förderzuschüssen von bis zu 40% sowie Beratung. „Zudem startet 2022 das neue Förderprogramm für mehr Tierwohl, „BayProTier“. „Damit sind wir das erste Bundesland“, so Kaniber.

Bereits in ihrer Regierungserklärung im Mai habe sie deutlich gemacht, dass "wir den Ausstieg aus der ganzjährigen Anbindehaltung brauchen", stellte die Ministerin gegenüber Lissy klar. 

 

Kaniber: Kombihaltung ist eine Alternative

Kaniber wies gleichzeitig darauf hin, dass ein sofortiges Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung nicht möglich sei, da „10.000 Betriebe von jetzt auf gleich die Milcherzeugung einstellen müssten“. Die Ministerin hält daher eine Übergangsfrist für nötig, um einen Strukturbruch zu vermeiden. Unter diesen Betrieben sind laut Kaniber oft noch kleinere Bauernhöfe. "Das sind genau die Betriebe, die wir uns doch alle so wünschen," betonte die Ministerin. Zudem warnte sie vor ein Verlagern beayerischen Milch- und Fleischproduktion in Länder, in denen man keinen Zugriff auf die Umsetzung von mehr Tierwohl habe.

Gleichzeitig sieht Kaniber für viele Betriebe die Kombinationshaltung weiterhin als Lösung, bei der Rinder von „April bis Oktober auf Almen und Alpen“ verbringen.

Fehlerhafte Petition nachträglich korrigiert

Verwundert zeigte sich die Ministerin, dass der Text der Petition, nachdem schon sehr viele Personen unterschrieben haben, angeblich sollen es rund 50.000 gewesen sein, nachträglich noch einmal geändert wird, weil dort Formulierungen und Fakten einfach falsch waren. Ob die bis dahin Unterzeichnenden über die nachträglich Änderungen informiert wurden, ist offen.

Allerdings zeigte sich die Ministerin auch über die notwendigen Änderungen dankbar. "Wir alle haben gemeinsam die Verantwortung, keine Falschaussagen zu verbreiten", so Kaniber. So war in der Petition ursprünglich die Behauptung gestanden, dass die Anbindehaltung in Bayern bereits gesetzlich verboten sei, aber das Verbot nicht umgesetzt werde. Laut Ministerium wäre ein solches Verbot ohnehin nur über eine bundesweite Regelung möglich.

 

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