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Erneuerbare Energie

Aiwanger fordert grünes Licht für Südquote

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 07.03.2022 - 17:15

Bund soll sich in Brüssel für die Genehmigung bei Wind und Biogas stark machen. Energieverbände sehen Quote kritisch.

Windrad-Pfaffenhofen

Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) fordert den Bund auf, endlich die sogenannte "Südquote" für Windkraft an Land und Biomasse bei der Europäischen Union durchzusetzen. Nach Aiwangers Ansicht sei nur über die Südquote ausreichende Zuschlagsmengen für Windräder in Süddeutschland sicherzustellen, damit die Windenergie hier trotz der geringeren Windhöffigkeit einen Schub bekommt.

Es könne doch nicht sein, dass die EU-Kommission die Südquoten, die auch von der Bundesregierung gewollt seien, blockiere und damit den Ausbau der Windkraft im Süden Deutschlands bremse. „Wir brauchen jede Kilowattstunde Strom,“ so der Energieminister.

Südquote kritisch gesehen

Der Bund hatte bei der letzten Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes "Südquoten" für Wind an Land vorgesehen, und zwar 15 Prozent für 2022 und 2023 und 20 Prozent ab 2024. Bei der Biomasse wurde die Quote auf grundsätzlich 50 Prozent gesetzt. Die Regelung ist jedoch noch nicht in Kraft getreten, da die beihilferechtliche Genehmigung der EU bislang fehlt.

Wegen des Krieges in der Ukraine und der Abhängigkeit von russischer Energie muss die EU laut Aiwanger jetzt endlich die Bremse lösen und der Windenergie im Süden Deutschlands einen Schub verleihen. Die "Südquote" sei ein wichtiger Schalthebel, der nun rasch umgelegt werden müsse, so Bayerns Energieminister. Deshalb müsse der Bund in Brüssel endlich Druck machen.

Das Hauptstadtbüro Bioenergie lehnt allerdings eine Südquote bei Biogas ab. Aus Sicht des Büros werden damit Anbieter aus nördlichen Bundesländern bei ihren Geboten verunsichert und der Ausbau der Biogasschiene gedämpft.

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