Agrarförderung

Agroforstflächen sollen gefördert werden

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 14.01.2021 - 08:42

Der Bundestag hat gestern für die Förderung von Agroforstflächen gestimmt. Der Bund soll dies bei der Agrarreform umsetzen.

Gerig Alois, Bundestag (CDU/CSU)

Auf breite Zustimmung trifft die gestrige Entscheidung (13.1.) im Bundestag, die Agroforstwirtschaft künftig besser zu unterstützen. So gab es eine Mehrheit für den Antrag der Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD zur Förderung der Agroforstwirtschaft.

Alois Gerig, forstpolitischer Sprecher, der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist froh über den gelungenen Antrag zum Jahresstart. Er fordert, dass unter anderem ein Rückwandlungsrecht der Fläche gewährleistet werden und Gewässerrandstreifen müssen miteinbezogen werden können.

Sein Fraktionskollege, Albert Stegemann ergänzt: „In Deutschland hat die Agroforstwirtschaft noch nicht die Bedeutung wie in anderen Regionen der Welt. Uns ist aber wichtig, dass wir bestehende Hindernisse abbauen und dadurch den betriebswirtschaftlichen Instrumentenkasten für unsere Landwirtinnen und Landwirte erweitern.“

Geht es nach dem forstpolitischen Sprecher der Landtags-Grünen, Hans Urban, muss die Söder-Regierung in Bayern jetzt handeln und eine Förderung über die Zweite Säule ermöglichen. Ein grünes Antragspaket hat der Bayerische Landtag jedoch im vergangenen Jahr abgelehnt.

Alternative für bestimmte Standorte

Agroforstwirtschaft-Pflanzen

Agroforstwirtschaft kann nach Auffassung der Familienbetriebe Land und Forst auf bestimmten Standorten eine sinnvolle und zukunftsweisende Alternative sein, um Flächennutzung mit Klima-, Boden- und Wasserschutz zu verbinden. „Der Bundestag fordert daher zurecht, dass diese Form der Bewirtschaftung in die Agrarförderung und in den Nationalen Strategieplan zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) aufgenommen wird,“ erklärt Max v. Elverfeldt, Vorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst.

In der Agroforstwirtschaft wird das Anpflanzen von Bäumen und anderen Holzpflanzen mit landwirtschaftlichen Nutzpflanzen oder Tierhaltung kombiniert.

Förderung über Erste und Zweite Säule möglich

Der deutsche Fachverband für Agroforstwirtschaft e.V. (DeFAF) sieht damit ein klares Signal in Richtung Bundesregierung, die Potentiale der Agroforstwirtschaft für ein Mehr an Produktivität, Klimaresilienz und Biodiversität endlich zu nutzen. Dem vorausgegangen war eine intensive, fraktionsübergreifende Auseinandersetzung mit dieser Form der Landwirtschaft, in deren Folge mehrere Bundestagsfraktionen Anträge zur Förderung der Agroforstwirtschaft in Deutschland eingereicht haben.

Laut DeFAF ist vor allem wichtig, Rechtssicherheit für die Anlage und Bewirtschaftung von Agroforstsystemen zu schaffen. Diese sei für die verstärkte Umsetzung der Agroforstwirtschaft in der landwirtschaftlichen Praxis dringend notwendig, auch für die Förderfähigkeit von Agroforstsystemen. Nach Verbandsmeinung sollte die gesamte Agroforstfläche – einschließlich der Gehölzkulturfläche – gefördert werden, und zwar über die Erste und Zweite Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

DeFAF schlägt vor, die Anlage einer Agroforstfläche über die Zweite Säule, beispielsweise als investive Maßnahme zu unterstützen. Zusätzlich könnten die Flächen als Klima- und Umweltschutzmaßnahme über die Öko-Regelungen in der Ersten Säule gefördert werden. Mehr Agroforstsysteme bedeuten laut DeFAF mehr Klimaanpassung, mehr Klimaschutz, mehr Boden- und Gewässerschutz, mehr biologische Vielfalt und strukturreiche Landschaften, aber auch mehr Flächenproduktivität und Regionalität.