Internationaler Handel

Agrarverbände lehnen Mercosurabkommen ab

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Ulrich Graf
am Montag, 15.07.2019 - 11:16

Der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Walter Heidl, spricht von einem faulen Deal.

Das Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten öffnet die europäischen Märkte für Erzeugnisse, die europäische Standards nicht erfüllen. Bauernpräsident Walter Heidl spricht von einem faulen Deal zu Lasten der Landwirtschaft.

Auch aus anderen Ländern kommen skeptische Stimme und fordern Nachbesserungen. So auch Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz. "Mit Österreich wird es kein Billigfleisch aus Südamerika geben", erklärte Kurz gegenüber oe24.

Skeptisch ist auch der irische Ministerpräsident Leo Varadkar. Er will sich den Vertrag zunächst in allen Einzelheiten durchlesen und Vereinbarungen nicht zustimmen, die die irische Landwirtschaft ernsthaft gefährden. Der irische Bauernverband (IFA) fordert seine Regierung auf, alles zu unternehmen, um den Vertrag noch zu stoppen. IFA-Präsident Joe Healy warnt vor Überschüssen an Rindfleisch in der EU, besonders wenn das Vereinigte Königreich als Nettoimporteur den Binnenmarkt verlässt.

Frankreichs Präsident Macron signalisiert vorsichtige Zustimmung

Der französische Präsident Emmanuel Macron signalisiert vorsichtige Zustimmung. Zwar meldete auch er einige Bedenken wegen der Umwelt und der drohenden Agrarimporte aus Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay an, aber im gesamtwirtschaftlichen Interesse Frankreichs hält Macron ein Abkommen mit den Südamerikanern für sinnvoll. Französische Umwelt- und Agrarverbände sind gar nicht einverstanden und werfen ihrem Präsidenten deshalb "Heuchelei" vor. "Wir werden eine Landwirtschaft importieren, die die Franzosen nicht wollen", warnt Christiane Lambert vom französischen Bauernverband FNSEA. 74% der in Brasilien zugelassenen Pestizide seien in der EU verboten, weist Lambert auf unterschiedliche Standards hin.

Mit Material von aiz