EU-Agrarpolitik

Agrarrat: Einigung auf Waldbaustrategie

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 16.11.2020 - 11:00

Die EU-Agrarminister haben sich bereits auf die EU-Waldstrategie verständigt. Die Lage auf den Agrarmärkte sowie Lebensmittelverschwendung sind weitere Themen.

Aufforstung-Wald

Bereits im Vorfeld der heutigen EU-Ratssitzung (16.11.) haben sich die Agrarminister der Mitgliedsstaaten auf die EU-Waldstrategie geeinigt. Die Agrarminister tagen heute in einer Videokonferenz.

Wie Bundesagrarministerin Julia Klöckner betonte, fand die Einigung ausnahmsweise im schriftlichen Verfahren statt. Damit sei ein weiteres Ziel der deutschen Ratspräsidentschaft erreicht, heißt es aus Berlin. Vorlegen will die EU-Kommission die neue Strategie im ersten Halbjahr 2021, da die bisherige Waldstrategie zum Ende des Jahres ausläuft. Die EU-Waldstrategie soll dabei die Waldpolitik der Mitgliedstaaten nicht ersetzen, sondern flankierend den Rahmen für notwendige Maßnahmen auf EU-Ebene setzen.

Mit den Ratsschlussfolgerungen wird die EU-Kommission aufgefordert, eine Waldstrategie zu entwickeln, die drei Hauptziele unterstützt:

  1. Unterstützung einer nachhaltigen und multifunktionalen Waldbewirtschaftung;
  2. Unterstützung des Forst- und des forstbasierten Sektors mit seinen Millionen von Waldbesitzern als Teil einer Lösung für die internationalen Entwicklungsziele und die damit verbundenen politischen Ziele der EU;
  3. Verbesserung der Koordinierung und Kohärenz der forstbezogenen Politiken der EU und der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten sowie zwischen den Mitgliedstaaten, der Kommission und relevanten Interessenvertretern.

Klöckner betonte, die EU brauche eine kluge Balance zwischen Klimaschutz, Biodiversität und Wirtschaftlichkeit.

Die weiteren Themen im Agrarrat

Beraten werden die Agrarminister auch über die Fortschritte bei der Reduzierung von Lebensmittelverlusten und Lebensmittelverschwendung. Bis 2030 wollen die EU und ihre Mitgliedstaaten diese pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene halbieren sowie Verluste entlang der Produktions- und Lieferkette verringern. Bislang beläuft sich die Gesamtheit der Lebensmittelverluste und -verschwendung in der EU auf 87,6 Millionen Tonnen pro Jahr.

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und der Brexit-Unsicherheiten wird der EU-Kommissar für Landwirtschaft, Janusz Wojciechowski, den Agrarministern über die Lage auf den Agrarmärkten berichten.

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung ist die Vorbereitung des Weltgipfels der Vereinten Nationen zu Ernährungssystemen, der im September 2021 stattfinden soll. Bis zum Frühjahr kommenden Jahres wollen sich die EU-Mitgliedstaaten hier auf Ratsschlussfolgerungen verständigen. Dazu wird die Sondergesandtin der Vereinten Nationen und frühere Agrarministerin von Ruanda, Dr. Agnes Kalibata, in der Sitzung sprechen.

Die dänische Delegation wird zudem über die aktuelle Situation zu SARS-CoV-2-Ausbrüchen in Nerzfarmen in Dänemark informieren.