Seuchen

Afrikanische Schweinepest - hoppla!

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Simon Michel-Berger
am Donnerstag, 20.09.2018 - 09:13

Eine erste Lektion hält der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Belgien heute schon bereit: Tierseuchen darf niemand unterschätzen!

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Dass die ASP so schnell und so weit in den Westen springt, hat kaum jemand erwartet. Aber jetzt ist es so weit und es kann nur noch darum gehen, wie wir dieses europäische Problem in den Griff bekommen.

Dass die ASP nämlich längst kein Thema für jeden Nationalstaat für sich ist, dürfte ein Blick auf die obige Karte klarmachen. Ob es gelingt die Infektion einzugrenzen, liegt in den Sternen. Wildsäue halten sich bekanntlich nicht an Grenzen. Aber noch immer diskutieren die einzelnen Staaten vor sich hin, wie sinnvoll oder -los es ist, Wildschweinbestände bereits heute zu regulieren. Hier wäre eine dringende Aufgabe der EU-Kommission, den Informationsaustausch zu intensivieren und ein gemeinsames Vorgehen anzuregen.

Dass auch uns die ASP irgendwann treffen wird, ist nicht unwahrscheinlich. Dass dann unsere Schweinefleischexporte in Nicht-EU-Staaten zusammenbrechen würden auch. Derzeit hat Deutschland mit kaum einem wichtigen Importland eine Regionalisierungsklausel vereinbart, wonach Exporte aus nicht-betroffenen Regionen innerhalb des gleichen Landes weitergehen dürfen – Hong Kong ist eine rühmliche, aber seltene Ausnahme. Hier Abhilfe zu schaffen, wird Monate dauern – ist aber auch eine dringende Aufgabe der Politik.

Zudem brauchen wir unbedingt so schnell als möglich die neuen Maßnahmen zur Bekämpfung der ASP, die derzeit den Gesetzgebungsprozess durchlaufen – damit bei einem Ausbruch bei Wildschweinen wenigstens die Vermarktung innerhalb der EU erhalten bleibt.

Schließlich gilt es auch, alle notwendigen Maßnahmen zur Biosicherheit zu ergreifen. Auf den Betrieben, aber genauso auf den zahlreichen Rastplätzen und Tankstellen entlang der Autobahnen und Bundesstraßen.