Agrarpolitik

Ackerbaustrategie: Rukwied zeigt sich zufrieden

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 27.08.2021 - 11:47

Die Ackerbaustrategie des Bundesagrarministeriums stößt auf positive Resonanz des Deutschen Bauernverbands.

DBV Präsident

Im Gegensatz zur heftigen Kritik von Oppositionsparteien und Umweltverbänden kann der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV), Joachim Rukwied, mit der Ackerbaustrategie gut leben. Diese hatte Bundesagrarministerin Julia Klöckner Mitte der Woche in Berlin vorgestellt. „Es finden sich große Teile der Ansätze wieder, die der Zentralausschuss der deutschen Landwirtschaft formuliert hat“ meinte Rukwied bei er Vorstellung der DBV- Erntebilanz. Im Zentralausschuss sind neben dem DBV, der Verband der Landwirtschaftskammern (VLK), der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) und die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) vertreten.

Positiv findet Rukwied, dass in der Strategie die Verringerung des Flächenverbrauchs thematisiert sei. Bis zum Jahr 2030 will der Bund die Flächeninanspruchnahme auf unter 30 Hektar pro Tag verringern und bis 2050 das Ziel Netto­Null (Flächenkreislaufwirtschaft) erreicht, steht in dem Papier. Bisher hinkt die Bundesregierung bei diesem Ziel aber weit hinterher. Aktuell gehen täglich rund 56 ha Agrarfläche verloren. Das Bundesumweltministerium hat sich in seinem Integrierten Umweltprogramm sogar als Zielmarke gesetzt, den Flächenverbrauch bis zum Jahr 2030 auf 20 Hektar pro Tag zu senken.

Bekenntnis zu konserverienden Bodenbearbeitung

Mitgehen kann der DBV-Präsident auch bei dem Ziel der konservierenden Bodenbearbeitung: Hier sei auch weiterhin der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vorgesehen. Gerade das diesjährige feuchte Erntejahr zeige, wie notwendig Pflanzenschutzmittel, insbesondere Fungizide, seien, um die Qualität der Ernte zu sichern. Die BMEL-Papier sieht dabei vor, bis 2030 den Einsatz alller Pflanzenschutzmittel, die nach dem EU-Recht nicht als "Low-Risk-Produkt" eingestuft sind, zu vermindern. Das Aus für Glyphosat bis 2023 bleibt dagegen fest im Visier. 

Allerdings betonte Rukwied, dass die deutschen Bauern bestrebt sind, den Einsatz so weit wie möglich zurückzufahren. Dazu begrüßte er auch die klare Aussage in der Ackerbaustrategie, dass sich das Bundesagrarministerium für die Zulassung neuer Züchtungstechniken wie CRISPR/Cas auf nationaler und EU-Ebene einsetzen will. Für den Umgang mit Neuen molekularbiologischen Techniken (NMT) hält das BMEL aber gesellschaftlich abgestimmte Forschungs-, Anwendungs- und Transparenzregeln für nötig, die auch ethische, ökologische und soziale Aspekte sowie die Belange des Ökolandbaus einbeziehen.

Auffallend ist laut Rukwied, dass der Ökolandbau in der Strategie stark in den Vordergrund gestellt sei. An mehreren Stellen ist der Ausbau des Ökolandbaus erwähnt, wenn es um Klimaschutz oder Steigerung der Biodiversität geht.