Wirtschaftliche Vereinigung Zucker

Ein „Ja, aber“ zur Ackerbaustrategie

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 17.08.2020 - 10:55

Für die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker müssen Planungssicherheit und faire Wettbewerbsbedingungen für Rübenanbauer und -verarbeiter in der Ackerbaustrategie stärker verankert werden.

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Berlin - Die Zuckerwirtschaft unterstützt das Vorhaben, die Versorgung mit heimischen Nahrungsmitteln sicherzustellen und dabei eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. Die Strategie muss aber auch die Planungssicherheit und faire Wettbewerbsbedingungen für Rübenanbauer und -verarbeiter im Blick haben, so die Forderung der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker. Dazu gehöre die rechtzeitige Verfügbarkeit von tragfähigen Alternativen für wegfallende Pflanzenschutzmittel und dazu gehöre auch, die unterschiedliche nationale Umsetzung von europäischen Regelungen zu verhindern.
 
„Es ist niemandem geholfen, wenn wir in Deutschland die besten Regeln, aber dafür nur noch Monokulturen auf dem Acker haben. Wenn wir Biodiversität wollen, brauchen wir die Zuckerrübe und dann brauchen wir Augenmaß bei Regulierungen“ beschreibt Dr. Hans-Jörg Gebhard, Vorsitzender der WVZ, die Situation.

Was drohe, wenn Maßnahmen vorschnell umgesetzt werden, lasse sich aktuell in Frankreich beobachten. Durch den Mangel an wirksamen Alternativen für Neonicotinoide würden sich derzeit Produktionsausfälle von 30 bis 50 Prozent abzeichen. Auch in Deutschland ließen sich Blattläuse und das von ihnen übertragene Virus mit vorhandenen Mitteln nicht ausreichend bekämpfen. Als temporäre Lösung existiere deshalb in elf von 19 rübenanbauenden EU-Mitgliedsstaaten Notfallzulassungen für den Einsatz von Neonicotinoiden bei der Beizung von Zuckerrübensaatgut - nicht so in Deutschland.