Bauernprotest

AbL stuft Reaktion des Ministeriums als Blockadepolitik ein

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Donnerstag, 28.01.2021 - 14:08

Die AbL hat Stellung zur gestrigen Reaktion des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf die Bauernproteste bezogen.

Fresen-Elisabeth-AbL-Bundesvorsitzende

Die AbL  fordert, dass Ministerin Klöckner Lösungswege aufzeigen sollte, statt abzublocken. Für Elisabeth Fresen, Bäuerin aus Niedersachsen und Bundesvorsitzende der AbL sind die Gespräche zwischen Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner und den protestierenden Bauern in Berlin nur schwer zu ertragen. Die Bundesministerin stehle sich aus der politischen Mitverantwortung. Die Bäuerinnen und Bauern seien nicht aus Jux und Dollerei hunderte von Kilometern mit Treckern nach Berlin gefahren, um dann für Tage und Nächte als Bittsteller aufzutreten: "Es ist eine verzweifelte Lage auf vielen Höfen. 30 Cent für den Liter Milch, 1,19 Euro für das Kilo Schweinefleisch, das ist ruinös, das ist erniedrigend", so Fresen. Frau Klöckner sei für die agrarpolitischen Rahmenbedingungen verantwortlich.

Änderungsbereitschaft in der Landwirtschaft ist vorhanden

Folgende Forderungen adressierte die Bundesvorsitzende der AbL an Klöckner:

  1. Schaffen Sie Sofortlösungen durch Preisaufschläge auf die landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die 1:1 an die Bäuerinnen und Bauern weiter gereicht werden.
  2. Nutzen Sie die Marktkriseninstrumente der GAP für wirksame Mengendisziplin, damit Überschüsse in Zukunft erst gar nicht produziert und Preisabstürze vermieden werden.
  3. Knüpfen Sie die Direktzahlungen aus Brüssel an unsere Leistungen für Umwelt-, Klima-, Tierschutz. Wir können und wollen mit diesen Gemeinwohlleistungen auch Geld verdienen, um unsere bäuerlichen Existenzen zu sichern.
  4. Gestalten Sie den Umbau der Tierhaltung im Sinne möglichst viele landwirtschaftlicher Betriebe, anstatt auf weitere Gutachten zu warten.

Seit einem Jahr würden die Empfehlungen der so genannten Borchert-Kommission auf dem Tisch liegen. Viele Tierhaltungsbetriebe seien bereit, auf artgerechte Tierhaltung zu setzen, wenn sie eine wirtschaftliche Perspektive hätten.