Stimmungsmache

Nicht abdrängen lassen – aber wie?

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Simon Michel-Berger Portrait 2019
Simon Michel-Berger
am Donnerstag, 21.02.2019 - 11:05

Das Volksbegehren zur Artenvielfalt hat große Teile der Bauernschaft in eine schwierige Situation gebracht.

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Unterstützten konnten sie es nicht – wegen einiger extremerer Forderungen und weil viele sich schlicht verunglimpft fühlen – aber dagegen zu sein, speist das Bild mancher Städter, die Bauern seien nur an Profit und nicht an Umweltschutz interessiert.

Gerade die Emotionalität, mit der die Debatte von Seiten der Befürworter geführt wurde, erweist sich als große Herausforderung. Wenn arme kleine Bienen bedroht sind, wen kümmern dann noch irgendwelche Hektar-Zahlen von Kulap-geförderten Programmen?

Nun bleibt die Hoffnung, dass die Runden Tische zu Lösungen führen, die Bienen und Bauern nützen. Positiv stimmt die Wahl des Moderators. Alois Glück war und ist nicht nur ein Anwalt der Landwirtschaft, er hat sich auch immer um einen Ausgleich mit Umweltschutzbelangen bemüht, dabei aber niemals verbiegen lassen. Wenn alle Seiten vernünftig miteinander reden, kann etwas Gutes herauskommen.

Doch für die Bauernschaft stellt sich noch eine andere Frage: Wie geht man künftig mit Herausforderungen wie dem Volksbegehren um? Erfolg findet Nachahmer, das zeigt sich derzeit unter anderem in Oberösterreich, wo eine ähnliche Petition zum Bienenschutz Furore macht.

Es wird nicht lange dauern, da werden neue Initiativen kommen. Vielleicht gegen den angeblichen „Klimakiller Kuh“, Nitrat im Grundwasser oder andere Themen. Sie werden mit der gleichen Emotionalität geführt werden, wie jetzt das Bienen-Volksbegehren und sicher werden nicht alle Initiatoren sich groß darum bemühen, den Bauernverband frühzeitig zu integrieren. Auf diese Herausforderungen muss die Bauernschaft Antworten finden, wenn sie nicht zum Gejagten von Initiativen werden will, die sie in eine Ecke drängen, in welcher der Handlungsspielraum immer kleiner wird.