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Gemeinsame Agrarpolitik

4000 km und 6 Tage im Bus für mehr Fairness

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Karola Meeder
Karola Meeder
am Donnerstag, 13.12.2018 - 14:36

Baltische Erzeuger fordern in Brüssel Angleichung der Direktzahlungen

Der Verband der litauischen Milcherzeuger LPGA fordert in seiner  Kundgebung im Brüsseler Europaviertel eine Angleichung der Direktzahlungen innerhalb der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Gleichbehandlung und eine faire GAP sind das Motto der Allianz der baltischen Landwirte – unterstützt von der Dachorganisation des European Milch Board (EMB). Die Aktion richtet sich an die Staats- und Regierungschefs der EU, die beim Gipfeltreffen den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) der EU für 2021-2027 und somit die zukünftigen Agrarmittel erörtern.

Die niedrigsten Direktzahlungen in der EU

Landwirte aus den baltischen Mitgliedsländern erhalten mit 54-60% des europäischen Durchschnitts die niedrigsten Direktzahlungen in der Europäischen Union - obwohl ihre Produktionskosten über dem EU-Durchschnitt liegen. „Ein Minimum von 196 € pro Hektar in allen Mitgliedstaaten wurde bereits 2013 vom Europäischen Rat als Ziel für 2020 zugesagt", weist Jonas Vilionis, der Präsident des litauischen Milcherzeugerverbandes auf die mehrjährigen Bemühungen der baltischen Erzeuger hin. „Solange wir über den Milchpreis kein faires Einkommen erwirtschaften können, sind wir Erzeuger auf die Subventionen aus Brüssel angewiesen.“ Nach den von der Europäischen Kommission im Juni 2018 vorgelegten Vorschlägen zur GAP-Reform würden die baltischen Landwirte bis 2027 rund 77% des europäischen Durchschnitts erhalten. Für die litauischen Erzeuger ist das aber nicht ausreichend: „Die baltischen Landwirte müssen genau die gleichen Umweltschutz-, Tierschutz- und Lebensmittelstandards einhalten wie andere EU-Mitgliedstaaten, ohne entsprechende Entschädigung“.

Keine Landwirte zweiter Klasse

„Es ist höchst an der Zeit, dass wir nicht mehr als Bauern zweiter Klasse behandelt werden!“, fordert Albinas Jusas, Milcherzeuger aus Kaisiadorys, der 3 Tage Busreise und knapp 2000 km  auf sich genommen hat, um sein Anliegen nach Brüssel zu tragen. Nachdem auch die Mittel für die zweite GAP-Säule, welche die Investitionen umfassen, gekürzt werden sollen, könnten die Landwirte nicht mehr in ihre Betriebe investieren. „Niedrige Erzeugerpreise und zu geringe Direktzahlungen bedeuten das Ende unserer Höfe!“

 

Mit Material von EMB