Umweltschutz

200 Millionen Euro fließen ins Donaumoos

Walter Heidl und Roland Weigert
Dr. Andrea Hammerl
am Mittwoch, 05.05.2021 - 17:37

Ein Pilotprojekt des Freistaates setzt auf die Renaturierung des Niedermoors. Doch viele Landwirte vor Ort sind skeptisch und fürchten um ihre Existenz.

Langenmosen 200 Mio. € investiert der Freistaat in den Moor- und Klimaschutz des Donaumooses. Den Startschuss für das auf zehn Jahre angelegte Projekt gab Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag. Mit dabei waren Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, Umweltminister Thorsten Glauber, BBV-Präsident Walter Heidl und Norbert Schäffer, Vorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz. 

Markus Söder betonte, dass die Landwirtschaft „nicht nur eine lautstarke, sondern auch inhaltlich ganz zentrale Rolle“ beim Klimawandel spiele. Mit „lautstark“ spielte Söder auf ein Hupkonzert im Hintergrund an, mit dem Landwirte ihren Unmut kundtaten. Rund 70 Landwirte protestierten in Sichtweite gegen die Wiedervernässung des Donaumooses. Mit hinauf auf den Aussichtspunkt „Am Moosberg“ bei Langenmosen, wo die Reden gehalten wurden, durften sie allerdings nicht – was mit begrenztem Platz und einzuhaltenden Abständen begründet wurde.

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber sprach noch vor Beginn der Veranstaltung mit den Landwirten, genauso wie im Anschluss an die Pressekonferenz Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert und Landtagsabgeordneter Matthias Enghuber.

In unserer Bildergalerie finden Sie viele Eindrücke rund um die Pressekonferenz in Langenmosen:

Donaumoos soll renaturiert werden

Positionspapier zum Donaumoos
Donaumoos
Walter Heidl und Kaniber
Markus Söder Moosberg
Landrat Peter von der Grün
Markus Söder auf dem Moosberg
Moorschutz in Langenmosen
BBV-Präsident Walter Heidl
Umweltminister Glauber auf dem Moosberg
Markus Söder in Langenmosen
Pressekonferenz auf dem Moosberg
Markus Söder in Langenmosen
Spargelkorb auf dem Moosberg
Matthias Enghuber und Roland Weigert
Pressetermin Moorschutz in Langenmosen
BBV-Präsident Walter Heidl
Walter Heidl und Roland Weigert
Moorschutz Langenmosen

Maximilian Gottschall aus Ludwigsmoos konfrontierte die Ministerin mit Existenzsorgen. Er fürchte, Opfer einer „Alibi-Klima-Politik“ zu werden. Kaniber versicherte: „Es geht nicht gegen die Landwirtschaft, sondern wenn, dann nur mit der Landwirtschaft.“ Wer Klimawirt werden wolle, der könne das machen, und „wer weiter traditionell Landwirtschaft betreiben will, darf das auch“. 

Die Leistung der Landwirte anerkennen

Söder plädierte in seiner Rede dafür, „die Leistung der Landwirte für den Klimawandel anzuerkennen“ und Klimaprämien zu zahlen. „Wir wollen Kooperation“, sagte er, zum Beispiel durch Flächentausch. Für die 200 Mio. € sollen 2000 ha im Donaumoos wiedervernässt und 400 000 t CO2 eingespart werden. Eine Ansage, die oben beklatscht wurde, während sie bei den Bauern tiefe Besorgnis auslöst. Die Landwirte befürchten noch stärkeren Flächenaufkauf durch den Donaumoos-Zweckverband als bisher – zu Höchstpreisen, was zum Verlust dringend benötigter (Pacht)flächen führe.

Ein Video zum Ortsbesuch von Ministerpräsident Markus Söder in Langenmosen sehen Sie hier:


Oben auf dem Berg feierten die Akteure den Start des Moorschutzprogramms und betonten unisono, die Landwirtschaft werde einbezogen. Umweltminister Thorsten Glauber betonte, das Donaumoos spiele eine wichtige Rolle als CO2-Speicher, LBV-Vorsitzender Schäffer zeigte sich begeistert von der enormen Dimension der Wiedervernässung, überspannte den Bogen allerdings mit der Anmerkung, in der Kulturlandschaft Donaumoos verhungerten die Brachvögel. Das wies Bauernpräsident Heidl energisch zurück. Er forderte, die Existenzgrundlage der Bauernfamilien zu bewahren: „Bauernland in Bauernhand.“